Unter „Sprachkritik“ kann man ganz allgemein die positive wie negative Würdigung der menschlichen Sprache und ihrer Leistungen sowie des Gebrauchs, der von ihr gemacht wird, verstehen.

Linguistische Sprachkritik hat sich zum Ziel gesetzt, zum Gelingen von Kommunikation beizutragen, indem sie anhand von sprachwissenschaftlichen Kriterien Hinweise zur funktionalen Angemessenheit von mündlichen und schriftlichen Äußerungen gibt. Sie kann als eine Teildisziplin der Angewandten Linguistik verstanden werden.

Der Arbeitskreis Linguistische Sprachkritik ist ein Zusammenschluss von Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern, die in unterschiedlichen Zusammenhängen mit der kritischen Betrachtung sprach­licher Äußerungen befasst sind. Sie diskutieren nicht nur Anwendungsbereiche der Sprachkritik und mögli­che Bewertungsmaßstäbe, sondern liefern teilweise auch selbst sprachkritische Beiträge. Insbesondere wollen sie dem Vorurteil begegnen, die linguistische Fachwissenschaft nehme das öffentliche Interesse an „guter Spra­che“ nicht ernst: Sie suchen nach Wegen, in allgemein verständlicher Weise wissenschaftlich fundierte Urteile über die Sprache zu vermitteln.

Der Arbeitskreis wurde im Anschluss an eine Tagung begründet, die im Sommer 2012 in Aachen stattfand und den Titel „Einmal Elfenbeinturm und zurück – das schwierige Verhältnis von Sprachwissenschaft und Sprach­kritik“ hatte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung haben als – vorläufiges – Ergebnis ihrer Diskus­sio­nen eine „Aachener Erklärung zur Rolle der Sprachwissenschaft in der Gesellschaft“ unterzeich­net.

Neuerscheinung

Felder, Ekkehard/Horst Schwinn/Beatrix Busse/Ludwig M. Eichinger/Sybille Große/Jadranka Gvozdanovic/Katharina Jacob/Edgar Radtke, Hgg. (2017 ff.): Hand­buch Euro­päische Sprachkritik Online (HESO). Heidelberg University Publishing (http://heiup.uni-heidelberg.de/journals/index.php/heso/index)