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Semantik 
Kritik, die; /-en (Plural nur für 4, 5 und 6 belegt). — Nach Krünitz (Oecon. Encycl. LIII [1791], 547), ist Kritik die Beurtheilung dessen [...], was Menschen thun, oder vermittelst ihres Verstandes hervor bringen“. Dem Brockhaus (Conv.-Lex. II [1809], 334) zufolge ist Kritik „im Allgemeinen die Beurtheilung, die Prüfung“. In einem engeren Sinne wird unter Kritik einerseits „die Wissenschaft der Regeln in den schönen Künsten, und die Beurtheilung der schönen Kunstwerke nach denselben“ (Kritik2), andererseits „die Wissenschaft, die sich mit der Beurtheilung und Festsetzung der richtigen Lesarten alter Schriftsteller beschäftigt“ (Kritik3) verstanden (ebd.). Adelung (Gramm.-krit. Wb. II [21796], 1792) unterscheidet zwei Bedeutungen: „1) Die Kunst oder Wissenschaft, die richtige Leseart und den Sinn der alten Schriftsteller zu bestimmen [Kritik3], und in weiterer Bedeutung, die Fertigkeit etwas nach den Regeln der Kunst zu beurtheilen, und die Wissenschaft derselben [Kritik2]; ohne Plural. 2) Die Anwendung derselben in einzelnen Fällen, die Beurtheilung nach den Regeln der Kunst [Kritik5]; mit dem Plural.“ Er gibt an, dass grch. κριτικος „mit dem Nieders.[ächsischen] Kreet, Krit, Zank, Streit, Hader, kriten, schreyen, zanken, Kritteler, ein Zänker u.s.f. verwandt sey“ (ebd., 1835). Dass unter Kritik prototypisch negative Kunstkritik i. S. v. 2 verstanden wird, beweist die Tatsache, dass der Maler Tischbein sich zunächst weigert, den alten Bodmer zu portraitieren, von dem ihm berichtet wird, sein Hauptverdienst sei „gelehrte Kritik“, weil er Kritik3 missversteht: „Dies Wort verwechselte ich mit dem Worte ,bekritteln‘. – ,Nein‘, erwiderte ich, ,den Menschen verlange ich nicht einmal zu sehen, viel weniger zu malen! Denn ich hasse die Menschen, welche anderer Fehler aufsuchen und dann öffentlich zur Schau aufstellen.‘“ (Tischbein, Leb. [*nach1814], 174.) — Die aus der Artikelübersicht hervorgehende Gliederung des semantischen Feldes erscheint folgendermaßen strukturiert: Kritik1/2/3 steht für Arten von Handlungen oder Tätigkeiten (konkret: der Beurteilung von Gegenständen), Kritik4/5/6 für Produkte oder Ergebnisse dieser Handlungen oder Tätigkeiten und Kritik7/8/9 für die Handlungsträger; dabei entsprechen sich die Bedeutungen 1, 4 und 7 als bezogen auf Gegenstände allgemein, 2, 5 und 8 als bezogen auf Gegenstände der Literatur und Kunst und 3, 6 und 9 als bezogen auf philologische und/oder antiquarische Gegenstände. — Literatur: Bär 2015; Levental 2014.
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