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Ironie
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Semantik 
Ironie, die; /-en (Pl. selten und nur für 1 belegt). — Im literatur- und kunsttheoretischen Diskurs bis Ende des 18. Jahrhunderts spielt Ironie keine besondere Rolle. Zum Schlüssel- und sogar Fahnenwort ⦿ wird das Substantiv erst kurz vor 1800 in der Frühromantik. Vor allem bei F. Schlegel lässt sich von einem theoretisch fundierten Konzept der Ironie sprechen. Es ist ein Standardbeispiel für frühromantische Versuche der Vermittlung von Antithesen (vgl. Bär 1999, 40 f.) und steht insbesondere mit Überlegungen zur Darstellbarkeit des Undarstellbaren im Zusammenhang, die auf den Gedanken hinauslaufen, sich dem Unbedingten, Absoluten durch eine als dialektische Bewegung verstandene unaufhörliche Negation einander entgegengesetzter Dinge zu nähern. Hegel wendet sich im Zuge seiner Romantik-Kritik gegen das romantische Ironieverständnis; bei ihm erscheint Ironie als eine rein ästhetizistische Haltung ohne moralische Substanz. Diese Sicht (der beispielsweise Börne nahesteht und der insbesondere Solger widerspricht) wird bis ins letzte Viertel des 20. Jahrhunderts hinein immer wieder aufgegriffen, beispielsweise bei Walser 1981. — Literatur: Strohschneider-Kohrs 1967; Mennemeier 1968; Strohschneider-Kohrs 1977; Prang 1989; Oesterreich 1994.
Belege 
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