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[1] Hoffmann, Joh. Wacht (1823), PW 6, 637: Geistern von Wachts Art ist [...] trotz ihres Ernstes wohl eine gewisse ironische[1] Schalkheit eigen, die sich im Leben anmutig bewegt bei irgendeinem Anstoß, so wie der tiefe Bach den über ihn hinwegstreifenden Windhauch mit silbern spielenden Wellen begrüßt.

[2] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 52 f. (53): Zuvörderst [...] übersieht man [...], daß [...] durch diesen Sinn[5] des Ohrs[3] großes empfangen wird und kleines, gewaltiges und schwaches, unermeßliches und geringfügiges [...]; daß also dasjenige Ohr[3], welches nur gewöhnt ist zu empfangen: guten Morgen oder wie geht es? oder was kostet das? – um deswillen [...] nicht grade geeignet ist, eine Rede von Johannes Müller an die Schweizer oder von ⟨53⟩ Gentz für das europäische Gleichgewicht [...] anzuhören. Nicht etwa weil die Kenntnisse, die wissenschaftlichen Vorbereitungen fehlen, die zum Verständniß dieser Redner gehören, sondern weil das Ohr[3] an großartige Wendungen der Rede nicht gewöhnt ist, weil von den breitgetretenen, zerbröckelten Tönen des gemeinen Lebens, worin kein Gesetz herrscht, als das der Noth, kein Takt, als der der Faulheit, eigentlich kein Übergang stattfindet zu dem harmonischen Ganzen, was ein überlegener Geist mit Freiheit[10] und rhythmisch angeordnet hat.

[3] Schelling, Notizenbl. III (1802), 73: Das Werk eines Geistes, der, anstatt aus freyer Production die Idee der Philosophie in sich selbst zu erzeugen, aus der nächsten Hand nimmt, was ihm als solche angeboten wird, und dieses nun, ohne je zum Urbild selbst durchzudringen, zum Gegenstand seines Zweifelns und eines – je durch das Privativste, was es eben gibt, wie den Humischen sogenannten Skepticismus, erregten und unterhaltenen – Kritisirens macht, und auf diesem Weg – theilweise und atomistisch, ohne daß die Idee des Ganzen den Theilen vorangegangen wäre – zu einer Kritik[1] des gesammten Erkenntnißvermögens gelangt – das Werk eines solchen Geistes nach allen seinen Elementen und Beziehungen auf eine allgemein ansprechende Weise darzulegen, halten wir für nahezu unmöglich und für eine, wenigstens einem Talent wie dem des Hrn. Villers, nicht lösbare Aufgabe. Volltext

[4] Schiller, Allzuviel Güte (!1779), NA 20, 3: Ich sehe den Erhabensten Geist, den je das Alterthum gebahr [...] – Er hat den Giftbecher in der Hand – [...] Was wird Sokrates wählen? [...] Izt, o Weißheit, leite du seine entsezliche Freyheit[5] ⟨4⟩ – Tod – Vergehen – Unsterblichkeit – Krone des Himmels – Versieglung blutige – große – mächtige Versieglung seiner neuen[1] Lehre! – Leite seine lezte entscheidende Freyheit[5] scharfsehender Verstand[3] – Entschieden – getrunken das Gifft – Tod – Unsterblichkeit [...]!

[5] Schiller, Brief. Don Karlos (1788), NA 22, 146: Der Geist[13] der Völker[2] wird von ihm studiert, ihre Kräfte, ihre Hülfsmittel abgewogen, ihre Verfassungen geprüft; im Umgange mit verwandten Geistern[31] gewinnen seine Ideen Vielseitigkeit und Form; geprüfte Weltleute, wie ein Wilhelm von Oranien, Coligny u. a. nehmen ihnen das Romantische[4] und stimmen sie allmählich zu pragmatischer Brauchbarkeit herunter [...].

[6] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. III (!1803–04), KAV 2.1, 63: Bis hieher hätte ich also dargethan, wie alle unsre Dichter in so fern gelehrt oder literarisch zu Werke gingen, daß sie fremde[1] Muster vor Augen hatten; und zugleich wie diese entweder nicht die rechten waren, oder von ihnen verfehlt wurden. Es trat aber eine Classe[1] von Schriftstellern auf, welche behaupteten, die Poesie[1] solle gar keine Kunst[1], sondern ein bestimmungsloser fast unbewußter Erguß der Natur[15] seyn. Der Irrthum lag darin, daß sie die Entgegensetzung von Kunst[1] und Natur[15] als absolut fixirten, und sie nicht zu synthesiren wußten, da doch ächte vollendete Poesie[11] eben so sehr Kunst[9] als Natur[10] seyn muß, und eins immer in das andre übergeht. Mit dem Auftreten dieser Geister hätten wir also, wie in der urältesten, so wieder in der neuesten Zeit eine ganz auf eignem Grund und Boden erwachsene Original-Poesie bekommen. Man weiß aber schon, wie es ausfiel, wie bald das Wahre, das in der anfänglichen Richtung lag, unter lauter Verwirrungen zu Grunde ging, und nachdem sich die Nebel gesenkt hatten, nur Goethe allein, in der Gestalt des reifen Meisters und Künstlers stehen geblieben war.

[7] Schlichtegroll, Mozart (1793), 7: Der Mensch mit wunderähnlichen Gaben und Fertigkeiten von der Natur[2] beschenkt, ist selten ein allgemeines Muster zur Nachahmung für Andere. So wie seine Vollkommenheiten uns übrigen unerreichbar sind, so können auch seine Fehler nicht zu unserer Entschuldigung gereichen. Um sich brauchbare Regeln für das praktische Leben als Mensch im Allgemeinen abzuziehen, und durch Aufmerksamkeit auf Beyspiele sich dem erreichbaren Grade der Ausbildung unserer Natur[1] zu nähern, müssen wir nicht jene seltnen Menschen zum Muster auswählen, sondern vielmehr Geister von mittlern Gaben, die aber diese Anlagen gleichförmig und vorsichtig ausgebildet haben, und denen wir es gleich zu thun hoffen dürfen.

[8] L. Tieck, an Wackenroder (29. 5. 1792), VL 2, 40: Schmohln habe ich Dir schon geschildert, er bleibt sich immer gleich, kleinlich, pedantisch und kalt, dabei ist er doch nicht von Affectation frei, er will nach Umständen den schönen Geist, den Empfindsamen, den Politiker und hundert andre Rollen ⟨41⟩ spielen, die ihm alle gleich übel stehn, er geht so weit, daß er sich selbst lächerlich macht, dabei, u. dies ist mir das unausstehlichste, ist er eitler wie ein Frauenzimmer [...], ein Bläschen im Gesicht kann ihn über eine Stunde beschäftigen, er kann sich drei bis viermahl am Tage von vorn anziehn, er ist nie glücklicher, als wenn er sich putzen kann.

[9] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1671.

[10] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1815.

[11] Arndt, Erinn. (1840), 184.

[12] C. D. Friedrich, an J. K. H. Schulze (8. 2. 1809), Z, 53.

[13] Goethe, Mied. Tod (1789), WA I, 16, 134, V. 41.

[14] Goethe, Ged. (1802), WA I, 4, 129.

[15] Goethe, Farbenl. Didakt. Thl. (1808), WA II, 1, 303.

[16] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 103 f. (104).

[17] Herwegh, Rettg. Plat. (1839), W 2, 29.

[18] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 53 f. (54).

[19] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 55 f. (56).

[20] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 62 f..

[21] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 139.

[22] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 207.

[23] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 214.

[24] Mundt, Dt. Prosa (1837), 323 f. (324).

[25] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 673.

[26] Schiller, Naiv. u. sent. Dicht. II (1795), 23.

[27] A. W. Schlegel, Zeichn. (1799), 197.

[28] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. III (
!
1803–04), KAV 2.1, 58.

[29] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. II.2 (1811), 70 f. (71).

[30] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (21817), 3 f. (4).

[31] F. Schlegel, Goethe's Meister (1798), 172.

[32] F. Schlegel, Gespr. Poes. (1800), 58 f. (59).

[33] F. Schlegel, Less. Ged. u. Mein. I (1804), 48.

[34] F. Schlegel, Less. Ged. u. Mein. I (1804), 63 f. (64).

[35] Sulzer, Allg. Theor. I (1771), 257.

[36] L. Tieck, Sternbald II (1798), 45.

[37] L. Tieck, Vorr. Minnelied. (1803), XXII f..

[38] L. Tieck, Vorr. Minnelied. (1803), XXIII.

[39] Uhland, Romant. [Entw.] (*?1807), FS 2, 402.

[40] Waiblinger, Brit. in Rom (1829–30), WuB 2, 485.














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