Wortliste
Struktur
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Semantik 
13. ›Fähigkeit zu singen, Vermögen zur Hervorbringung schöner, reizvoller, angenehmer, ästhetisch ansprechender Töne; Singstimme als spezifisches musikalisches Instrument‹, genetorochrematosem ⦿ zu 2, hyposem ⦿ zu 11. Zur Anlage zum Singen gehört neben St. auch Gehör [2, 24]. Die Vollkommenheit der St. setzt Reichardt in die Stimmlage des Tenors [22].
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1813: Ênglisch, [...] von dem Hauptworte Engel. 1) Eigentlich, von Engeln herkommend, den Engeln eigen, ähnlich u.s.f. Der englische Gruß, der Gruß, mit welchem der Engel Gabriel die Jungfrau Maria anredete. 2) Figürlich, vortrefflich. Eine englische Schönheit[1], ein englischer Verstand[1], eine englische Stimme. O, das ist englisch!

[2] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 500: Wer Stimme und Gehör hat, hat Anlage zum Singen.

[3] S. Boisserée, Tgb. (1826), 474: Nachher machte ich Besuch bei Coudray vor dem Theater[2]. In diesem wurde Camilla gegeben, die Stimme und Aussehen der Jagemann hat sich noch sehr erhalten.

[4] Goethe, an J. F. Reichardt (1. 12. 1801), WA IV, 15, 294: Ich sollte glauben wenn dieser Gesang blos für Stimme und Pianoforte behandelt würde, so sollte es ganz zweckmäßig seyn.

[5] S. v. Knorring, Evremont I (1836), 147: Singen Sie Tenor? fragte die Gräfin. | Ja, sagte St. Julien, und man versicherte mich oft, ich habe eine recht gute Stimme, die nur ausgebildet werden müsse, dazu mangelte mir aber die Geduld.

[6] Laube, Jg. Eur. II.2 (1837), 129: Und nun braus'te plötzlich wie das Getümmel einer neuen[2] Weltschöpfung ein altpolnischer andächtiger Gesang aus so viel tausend Männerkehlen über die stille Haide – was gleicht dem gewaltigen Eindrucke eines tausendstimmigen Männerchors! Das verstockteste Herz wird erschüttert, das muthloseste gehoben. In der menschlichen Stimme liegt viel⟨130⟩leicht das Meiste von der göttlichen Unmittelbarkeit, ihr tausendfacher Ausdruck erzeugt darum die wunderbarste Wirkung – das polnische Heer hätte in diesem Augenblicke eine Welt in Waffen angegriffen mit dem zweifellosen Glauben an unendlichen Sieg.

[7] Novalis, Allg. Brouill. (*1798), NS 3, 309, Nr. 382: Die menschliche Stimme ist gleichsam das Princip und Ideal der Instrumentalmusik.

[8] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 63: In gesellschaftlichen Zirkeln hör' ich hier wohl zuweilen Italiäner, und unter ihnen besonders einen jungen angenehmen Componisten Blanchini und dessen Schwester, sehr gefällig und unterhaltend [...] singen. Sie haben aber beide nicht Stimme genug, um in größeren öffentlichen Concerten, oder gar auf der Bühne zu singen und zu glänzen.

[9] Schiller, an Zelter (28. 2. 1803), NA 32, 17: Sie hat Talent zum Gesang und man lobt ihre Stimme.

[10] C. Schlegel, an A. W. Schlegel (11. 6. 1801), C 2, 166: Julchen nimmt sich recht gut; ich wünschte nur, ihr zuweilen eine kleine Zerstreuung verschaffen zu können, an die hier jetzt fast gar nicht zu denken ist. Mädchen von ihrem Alter giebt es gar nicht. Demohngeachtet scheint sie sehr gern hier zu seyn und es blickt oft eine recht hübsche Theilnehmung an unsern weisen Gesprächen bey ihr durch, besonders wenn Schelling auf Spaziergängen in Offenbarungen geräth, ZB. [...] erklärt, warum die Natur[2] den Vögeln, die in metallischen Farben brennen, die Stimme und den andern die Schönheit[2] versagt hat.

[11] S. Tieck, Reise (1797), 103: Als der Gesang geendigt war, fragte ihn Wallsdorf lächelnd: meinen Sie nicht, daß sich meine Schwester unrecht thut, wenn sie glaubt, daß sie keine Stimme habe?

[12] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 340.

[13] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 776.

[14] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 204.

[15] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 234.

[16] Brockhaus, Conv.-Lex. III (1809), 62.

[17] Goethe, an J. F. Rochlitz (9. 1. 1809), WA IV, 20, 276 f. (277).

[18] Hegel [Hotho], Aesth. III (1838), 170.

[19] J. G. Lang, Reise II (1790), 236.

[20] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 51.

[21] Novalis, Fragm. u. Stud. (*1800), NS 3, 688, Nr. 682.

[22] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 187 f. (188).

[23] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 189.

[24] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 191.

[25] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 221.

[26] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 403.

[27] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 404.

[28] Scheibe, Musik. Compos. (1773), 345.














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