Wortliste
Struktur
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Semantik 
10. ›für einen solistisch oder mehrfach besetzten Vokal- oder Instrumentalpart gefertigter Auszug aus einer Partitur; Notentext für ein Soloinstrument‹, eikonosem ⦿ zu 9.
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 649: Die Stimmen[10] aussetzen in der Musik[1], jeder Stimme[9] ihre Noten besonders vorschreiben.

[2] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 382: In weiterm Verstande[7] heißen auch die für jedes musikalische[1] Instrument[1] geschriebenen Noten Stimmen. Die Violin-Stimme, die Noten für die Violine.

[3] Beethoven, an F. Ries (Aug./Sept. 1804), B 1, 222: Haben Sie die Gefälligkeit für mich die Stimmen durchzusehen, soviel ich sehe finden sich nicht alle Stimmen ganz gestochen, sie müssen deshalb zu Sonnleitner gehen; [...] die Klavierstimme werde ich selbst noch einmal durchsehen[.]

[4] Beethoven, an Erzhzg. Rudolph (⌈?14. 4. 1813), B 2, 337: Es ist nicht möglich bis Morgen um Eilf Uhr die Stimmen verdoppelt zu haben, die Kopisten haben für diese Woche meistens viel zu schreiben[.]

[5] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 437: Als er seine Krankheit sich verschlimmern sah, schickte er nach seinem Beichtvater, der ihm unter keiner andern Bedingung Absolution ertheilen wollte, als daß er wenigstens seine neuesten[3] für die Oper gesetzten Arbeiten ins Feuer werfe. Lully bedachte sich ein wenig, zeigte dann mit dem Finger auf ein Behältniß, wo die Stimmen seiner neuesten[3] Oper Achilles und Polixena lagen, ließ sich dieselben bringen und sie vor den Augen des Beichtvaters verbrennen. Einer von den Prinzen, der ihn besuchte, machte ihm Vorwürfe darüber. „Ach still, still, mein Prinz,“ antwortete Lully, der sich ein wenig zu erhohlen anfing, „ich wußte wohl, was ich that – dort liegt noch die Partitur davon!“

[6] Heinse, H. v. Hohenth. I (1795), SW 5, 31: Um sich sogleich zu beschäftigten [...], legte er die Stimmen des Messias von Händel für die erste Probe zurecht; nahm die Partitur, setzte sich ans Klavier [...].

[7] Koch, Compos. II (1787), 41: Wird [...] durch ein solches Stück der Geist[21] des Zuhörers beschäftiget, wird er vielleicht das Vergnügen haben, zu errathen, was der Componist hat vorstellen wollen? Nein, dieses werden die Zuhörer niemals im Stande seyn; daher sucht man es ihnen dadurch im voraus bekannt zu machen, daß man das Charakteristische[2] eines solchen Tonstücks auf den Umschlag und über die Stimmen schreibt.

[8] R. Schumann, Opus X (1836), 135: Die Etuden sind durchweg von höchster Schwierigkeit und jede von eigener. Die sie zum erstenmal in die Hand nehmen, werden wohlthun, sie erst zu überlesen, da selbst Blitzes-schnellste Augen und Finger, beim Versuch eines Prima-vista-spiels, der Stimme zu folgen kaum im Stande sein würden.

[9] Beethoven, an J. v. Varena (E. Nov./Anf. Dez. 1811), B 2, 224.

[10] Beethoven, an J. v. Varena (8. 5. 1812), B 2, 262.

[11] Beethoven, an I. v. Baumeister (30. 4. 1813), B 2, 345.

[12] Ditters v. Dittersdorf [Spazier], Lebensbeschr. (1801), 89.

[13] W. A. Mozart, an seinen Vater (20. 7. 1782), S 2, 173.

[14] Zelter, Selbstbiogr. (*1820), 109.














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