Wortliste
Struktur
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Semantik 
3. ›Redebeitrag, Äußerung in einem Gespräch, Briefwechsel oder öffentlichen Diskurs; Meinungsäußerung, Stellungnahme, Urteil, Interessensbekundung; Aufforderung‹ einer Person oder Personengruppe, hyposem ⦿ zu 1.
Belege 
[1] Fichte, Handelsstaat (1800), SW 3, 392: Ob die gegenwärtige Schrift die [...] Erfordernisse einer gründlichen Behandlung der Politik an sich habe, darüber maasst der Verfasser derselben sich keine Stimme an.

[2] Goethe, an S. Boisserée (23. 4. 1821), WA IV, 34, 205: Verzeihen Sie! aber die Sache ist von großer einziger Wichtigkeit, und [...] so seh ich mich an als einen Theilnehmer, der seine Stimme gar wohl zu einer solchen Angelegenheit geben darf.

[3] Kant, Crit. d. Urtheilskr. (21793), 140: Wenn jemand ein Gebäude, eine Aussicht, ein Gedicht nicht schön[1] findet, so läßt er sich [...] den Beyfall nicht durch hundert Stimmen, die es alle hoch preisen, innerlich aufdringen. Volltext

[4] J. G. Lang, Reise II (1790), 236: Adelheit war die erste Aebtissin dieses Klosters. Sie soll [...] die Gabe gehabt haben, durch Maulschellen ihren Nonnen helle Stimmen[14] zu verschaffen. Eine Kur, die in unseren jezzigen hellen Zeiten[3] sich gewiss wenig Stimmen[3] zuziehen würde; denn – wer ist gern gemaulschellet?

[5] Maimon, Lebensgesch. II (1793), 185: Bei ewigen Wahrheiten kommt es auf Mehrheit der Stimmen nicht an.

[6] C. Michaelis, an L. Gotter (12. 1. 1781), C 1, 38: Friedericke Böhmer ist zu sehr meine Freundinn, überdem ist der Contrast was Schönheit[1] betrift zu groß, als daß sie ihr gut seyn könte, denn das Therese häßlich[1] ist, das ist die allgemeine Stimme.

[7] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 27: Wenn ich unter allen Genüssen und Ergötzlichkeiten des Lebens dem Gespräch die unbedingt erste Stelle einräume, so habe ich gewiß alle Stimmen in dieser hochgeachteten Versammlung für mich.

[8] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 47: Wie könnte ich gezeigt haben, daß das Gespräch die Quelle der Beredsamkeit überhaupt sei, ohne jenes großen Deutschen zu gedenken, mit dem die deutsche Beredsamkeit erwacht, der mit der Flamme des Gesprächs alles ergriff, was dem deutschen Herzen nahe geht und was, da er seine Stimme erhob, in unnatürlicher Verzauberung oder Versteinerung dalag, G. E. Lessing. Er ward gehört, er drang tiefer in das Ohr[3] und in die Seele seiner Nation[1] als irgendein Zeitgenosse; er zwang durch ein echtes Talent der Rede die Nation[1] zur Antwort [...].

[9] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 63: Canova, der vortrefliche römische Bildhauer, [...] von edlem[3] lieblichen Gesicht, [...] arbeitet hier an der Statue des ersten Consuls. Ich konnte mich nicht enthalten, ihm zu sagen: der Consul sollte von dem Künstler[3] billig dessen eigne Statue verlangen; seine liebe kindliche Bescheidenheit ward dadurch aber so in Verlegenheit gesezt, daß es mir fast leid ward, meinen Gedanken die laute Stimme gegeben zu haben.

[10] A. W. Schlegel, Ath.-Fragm. (1798), 87, Nr. 310: Daß im Körper des Laokoon der gewaltsamste Zustand des Leidens und der Anstrengung ausgedrückt sey, hat Winkelmann sehr bestimmt anerkannt; nur im Gesichte, behauptet er, erscheine die nicht erliegende Heldenseele. Jetzt erfahren wir, daß Laokoon nicht schreyt, weil er nicht mehr schreyen kann. Nämlich von wegen des Schlagflusses. [⦿] Freylich kann er nicht schreyen, sonst würde er gegen eine so entstellende Beschreibung und Verkennung seiner heroischen Größe die Stimme erheben. Volltext

[11] R. Schumann, Dichtbüchl. (*1833/34), 34: Eine tadelnde Stimme hat die Stärke des Klanges von mehr als zehn lobenden.

[12] K. A. Varnhagen von Ense, Denkw. IV (1840), 24 f. (25): Einsamer [...] lebte Doktor Troxler aus Luzern hier am Kongreßort [...], für die Angelegenheiten der Schweiz thätig bemüht, und keine Arbeit scheuend, über diese verworrenen Verhältnisse die Diplomaten aufzuklären, in deren Händen die Entscheidung dieser Sachen lag. [...] Lange hatte er für seine Beschwerden und Vorschläge gar kein Gehör zu finden gewußt; ich eröffnete ihm den Zutritt bei Hum⟨25⟩boldt, und sowohl dieser, als der Graf Kapodistrias, jener Preußens und dieser Rußlands Stimme in dem für die Schweizersachen niedergesetzten Ausschuß führend, haben mir eingestanden, jene Sachen würden eine ganz andere Wendung genommen haben, wenn die Angaben Troxler's früher bekannt gewesen wären.

[13] Adelung, Gesch. Cultur (1782), 12.

[14] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1287.

[15] C. Böhmer, an F. L. W. Meyer (27. 10. 1792), C 1, 275.

[16] S. Boisserée, an Goethe (24. 9. 1817), MB 2, 191.

[17] S. Boisserée, an M. Boisserée (13. 10. 1820), MB 1, 380 f. (381).

[18] S. Boisserée, an Goethe (26. 4. 1825), MB 2, 383.

[19] Börne, Jahrb. wiss. Krit. (1827), SS 1, 627.

[20] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 250 f. (251).

[21] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 281.

[22] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 383.

[23] Brockhaus, Conv.-Lex. IV (1809), 45.

[24] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 58.

[25] Brockhaus, Bild.-Conv.-Lex. I (1837), 22.

[26] Fichte, Best. d. Gelehrt. (1794), 84.

[27] Fichte, F. Nicolai (1801), 1.

[28] G. Forster, Gesch. d. Litt. (1791), 225.

[29] G. Forster, Erinn. (1793 [1792]), 183.

[30] Heigelin, Baukunst II (1830), 43.

[31] Herder, Bef. d. Hum. I (1793), 70 ff. (72).

[32] A. v. Humboldt, Versuch. Muskel. II (1797), 18.

[33] K. W. Kolbe, Wortmeng. (1809), 56 f. (57).

[34] Novalis, an Chr. F. Brachmann (21. 2. 1796), NS 4, 167.

[35] Reichardt, Angeb. (1795), 30.

[36] Reichardt, Napoleon (1804), 78.

[37] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 152 ff. (155).

[38] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 397.

[39] Schelling, Darst. Syst. (1801), IX.

[40] C. Schelling, an B. Groß (4. 8. 1805), C 2, 409.

[41] Schiller, Abfall Niederl. (1788), NA 17, 253.

[42] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 78.

[43] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 68.

[44] A. W. Schlegel, Vorr. krit. Schr. (1828), VIII.

[45] F. Schlegel, Schönh. i. d. Dichtk. III (*1795), KFSA 16, 7, Nr. 9.

[46] Sulzer, Allg. Theor. II (1774), 633.

[47] H. Voß, an A. W. Schlegel (13. 3. 1808), KJ 1, 516.














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