Wortliste
Adel
Brief
Buchstabe
Dialekt
Ironie
ironisch
klassisch
Kritik
Ohr
progressiv
romantisch
Tier
Witz
Struktur
(Wenn Sie im oberen Fenster »Wortliste« ein Stichwort auswählen, erscheint hier ein Überblick über die Gliederung des betreffenden Wortartikels.)
Semantik 
9. ›Geschöpf, Wesen, Ding, nicht näher bezeichneter Gegenstand, etwas, das nicht konkreter benannt wird: sei es in abschätziger Redeweise, weil die genaue Bezeichnung dafür nicht bekannt ist oder weil sie vermieden werden soll‹. In der Diminutivform auch Bezeichnung für ein Mädchen oder eine Frau [16, 18].
Belege 
[1] Goethe, Ged. (1815), WA I, 2, 237: Wer dem Publikum[2] dient, ist ein armes Thier; | Er quält sich ab, niemand bedankt sich dafür.

[2] Lichtenberg, Sudelb. J (*1789–93), SuB 1, 820, Nr. 1182: Was der Soldat für ein Tier ist sieht man deutlich aus dem gegenwärtigen Krieg. Er läßt sich gebrauchen Freiheit[4] festzusetzen, Freiheit[4] zu unterdrücken, Könige zu stürzen, und auf dem Thron zu befestigen. Wider Frankreich, für Frankreich und wider Polen!

[3] Löhr, Buch d. Mährch. II (°1820), 182 f. (183): Das Gericht beschloß den einfältigen Menschen loszugeben. Man läßt den Pinsel kommen [...] ⟨183⟩ [...]; der Richter bedauert ihn und spricht: „Geh nach Hause, du armes Thier, und wenn es möglich ist, so sei künftig nicht mehr so grund hageledumm.“

[4] Schiller, an Goethe (18. 1. 1796), NA 28, 168: Wir haben dem armen Thiere, dem Michaelis, doch Unrecht gethan.

[5] Schubart, Ged. (1776), G, 203: Der Tauschhandel | Der Otaheite: Komm her, du fremder[1] kleiner Mann, | Nimm allen unsern Reichthum an, | Hier Goldsand, Perlen aus der Fluth, | Baumleinwand, Purpurschneckenblut! | Und unsre schönen[1] Weiber hier, | Geschickt, dir liebzukosen. | Doch halt – was gibst du uns dafür? | Der Europäer: Kultur[4]! | Der Otaheite: Was ist das für ein Thier? | Der Europäer: 's sind Pocken und F–

[6] Schubart, Ged. (1776), G, 203: Der Tauschhandel | Der Otaheite: Komm her, du fremder[1] kleiner Mann, | Nimm allen unsern Reichthum an, | Hier Goldsand, Perlen aus der Fluth, | Baumleinwand, Purpurschneckenblut! | Und unsre schönen[1] Weiber hier, | Geschickt, dir liebzukosen. | Doch halt – was gibst du uns dafür? | Der Europäer: Kultur[4]! | Der Otaheite: Was ist das für ein Thier[9]? | Der Europäer: 's sind Pocken und F–

[7] Goethe, Tageb. (1786), WA III, 1, 249.

[8] Goethe, an Herder (2. 3. 1789), WA IV, 9, 92.

[9] Iffland, Spieler (1796), 189 f. (190).

[10] Kurz, Przss. Pumph. (1767), 22.

[11] La Roche, Brf. Rosal. II (21797), 358.

[12] J. G. Müller, S. v. Lindenb. (1779), 63 f. (64).

[13] Musäus, Grandison I (1760), 83.

[14] Pfeffel, Ged. I (*1764), 166.

[15] Schiller, Räuber (1781), NA 3, 30.

[16] Schiller, Räuber (1781), NA 3, 54.

[17] Schiller, Fiesko (1783), NA 4, 23.

[18] Schiller, Fiesko (1783), NA 4, 38.

[19] Spindler, Jude I (1827), 187.

[20] L. Tieck, W. Lovell III (1796), 146.














96983 Besucher bislang. :: Admin Login