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Semantik 
1. ›nichtpflanzliche, nichtmenschliche Kreatur, Lebewesen, das weder Mensch noch Pflanze ist‹; im weiteren Sinne auch ›nichtpflanzliches Lebewesen (unter Einschluss des Menschen)‹; im engeren Sinne: ›nichtpflanzliches, nichtmenschliches Lebewesen unter Ausschluss der Vögel‹ [32, 43, 76, 80, 88, 100, 125, 149], noch spezieller: ›vierfüßiges Tier, Landtier‹ (unter Einbezug der Reptilien [32]), nochmals enger: ›(Land-)Säugetier‹ [80]; die Übergänge sind fließend [36]. Ebenfalls gemeint sein können Fabeltiere [172]. – Tiere1 stehen als ein Reich (›Gesamtheit von gleichartigen Wesen oder Gegenständen‹) der Natur2 [50] in einer bestimmten Stufenfolge, bei der die unterste Stufe das unorganische Reich ist, gefolgt von den Pflanzen und den Tieren1; die höchste Stufe ist im Menschen erreicht [25]. Pflanzen und Tiere1 werden klar unterschieden (Schopenhauer zufolge verfügen Tiere1 im Gegensatz zu Pflanzen über Verstand1 [185]); Lebewesen, die einen Übergang darzustellen scheinen – die so genannten Tierpflanzen (auch Pflanzentiere oder Zoophyten: wirbellose Tiere, die äußerlich Pflanzen gleichen) –, werden in der Regel den Tieren1 zugerechnet [5, 44, 47, 192; demgegenüber 50, 78]. Hinsichtlich der Eigenschaft der Reizbarkeit werden manche Pflanzen in die Nähe der Tiere1 gerückt [116]. Das Tier1 erscheint gegenüber der Pflanze als die höherwertige Gattung: Es tendiert zur Freiheit (die erst der Mensch in vollem Unfang erreicht [vgl. 23]). In der Kunsttheorie wird dies an seiner freien Bewegung (im Gegensatz zur Pflanze) festgemacht [91, 154]. – Der Mensch gehört explizit [3, 4, 10, 12, 39, 96, 101, 128, 168] oder implizit [5, 33, 35, 50, 78, 79, 81, 105, 116, 118, 120, 153, 154] zu den Tieren1; ihm wird allerdings unter allen Tieren1 eine herausgehobene Stellung zugeschrieben [4, 12, 96, 101, 128, 168, 188], so dass er (in der prototypischen Bedeutung von Tier1) als nicht zugehörig gilt. Die Grenze zwischen Mensch und Tier1 ist unscharf; Mensch erscheint sowohl allonym bzw. kompleonym als auch hyponym zu Tier1. Der Mensch hat neben seiner höheren auch eine tierische Natur1 [177, vgl. 21, 157, 199] (das Übergewicht der tierischen Triebe ist eine Ursache des Komischen [177, 178]); Tiere1 begehren ebenso wie der Mensch „mehr, denn tägliche Speise“ [125]; Tieren1 wie Menschen wird Verstand1 [182, 183, 184, 185], Einbildungskraft [26] und eine Anlage zum Genie2 [27] zugeschrieben (die beim Tier1 auf Kunsttrieb zurückzuführen ist [vgl. 24, 27, 148, 174]: ein Analogon zum menschlichen Genie2, dem aber die Komponente der Freiheit1 fehlt [20]). Menschen werden metaphorisch als Tiere1 i. e. S. bezeichnet [14]. Dasjenige am Menschen, was ihn nicht mit dem Tier1 verbindet (seine Vernunft1, seine auf Selbstbewusstsein gründende Freiheit im Gegensatz zur triebgeleiteten Notwendigkeit [159, 160] oder Natur6 [163], die sich auch in seinem Körperbau manifestiert [194]), erhebt ihn über das Tier1 i. e. S.; es ist dem Menschen verwandt, steht aber eben eine Stufe unter ihm [69, vgl. 6, 128, 137, 168, 169, 179, 186, 207]. In der idealistischen Kunsttheorie erscheint das Tier1 i. e. S. daher zum einen als ein Wesen, das nur das Angenehme, nicht aber das Schöne1, das Gute oder Erhabene empfinden kann [130, 173], und zum anderen als ein Darstellungsgegenstand geringeren Wertes [150] bzw. erscheint überhaupt nur unter bestimmten Bedingungen als ästhetischer Gegenstand [162]. Seine Darstellung in der bildenden Kunst hat keinen Selbstzweck, sondern, indem sie auf den Menschen verweist, nur allegorische Funktion [151]. Die Gestalt des Tiers1 i. e. S., da sie keine innere Notwendigkeit ausdrückt, sondern äußeren Zwecken (der Nahrungsbeschaffung, der Selbstverteidigung, dem Schutz gegen Witterungseinflüsse usw.) dient [158], ist im Gegensatz zur menschlichen Gestalt keiner reinen Schönheit1 fähig [156], wobei analog zur anthropotelistischen Stufenfolge des Tierreichs die Schönheit stärker oder schwächer (je nach dem Grad der Ähnlichkeit mit der menschlichen Gestalt) ausgeprägt ist [175]. Insofern es „weiter nichts als ein Naturding und Sinnenwesen“ ist, zeigt die Bewegung des Tiers1 keine Anmut [158] ⦿; sie ist zwar frei, bleibt aber fremden Zwecken (der Befriedigung von Bedürfnissen) unterworfen und daher zufällig-willkürlich, wohingegen sich ästhetische Bewegung in Musik und Tanz freiwillig wiederum unter ein Gesetz fügt und somit selbstzweckhaft wird [92]. – Tiere1 haben Sprache2 [11, 54, 166], aber keine Sprache1 [16, 70, 71, 99, 117, 136, vgl. 98, 205] und kein Bewusstsein ihrer selbst [24, 95] (der Mensch „ist Thier, doch [...] weiß, daß er Thier ist“, wodurch er „aufhört Thier zu seyn“ [12]) und erscheinen nicht als Individuen, sondern nur als gattungsspezifische Typen [155]; da ihnen Vernunft1, d. h. die Fähigkeit zu Begriffen1 fehlt [181, 188, 191, 192, 195, 196, 198], leben sie nur in der unmittelbaren realen Gegenwart, haben also weder ein Bewusstsein von Vergangenheit oder Zukunft noch von Möglichkeit [22, 192, 195, 198] und sind daher glücklicher als der Mensch [196]; sie haben rohe Anlagen ihrer Natur1, im Gegensatz zum Menschen aber keine Pflicht zur Kultur3 derselben [132]. Man kann ihnen Neigung, Liebe, Furcht, aber keine Achtung entgegenbringen [129]. In einer kulturkritischen Perspektive gelten Tiere1 i. e. S. als unverfälscht, unverdorben [vgl. 7]: Da sie kein (Selbst-)Bewusstsein haben, leben sie „in Frieden mit sich und den Dingen um sie her“ [13] und geben sich keinen wollüstigen Ausschweifungen hin [37; vgl. [16, 30, 84]; somit wird erniedrigt bzw. sinkt ein wollüstiger, von unnatürlichen Leidenschaften oder Trieben beherrschter Mensch unter das Tier1 [1, 9, 26, 204]. – Die aufklärerische bzw. der Aufklärung nahestehende Sprachursprungstheorie betrachtet Tiere1 i. e. S. als diejenigen Komponenten der Um- oder Außenwelt (Natur2), die den Menschen – da ihm am nächsten verwandt – am unmittelbarsten dazu anregen, Sprache1 hervorzubringen und sich damit einhergehend die Welt kognitiv anzueignen. Was die Sprache1, die unter der Hand mit den bekannten Sprachen3 (den klassischen6 und modernen1 europäischen) gleichgesetzt wird, dabei am stärksten prägt, ist die Sexusdifferenzierung bei Tieren1: Sie findet ihre Entsprechung in der Unterscheidung grammatischer Genera [6]; vgl. Bär 2004, 160–165. Keine Rolle spielt für die Sprachentstehungstheorie in der Tradition der Aufklärung das Tier1 als kommunikatives Gegenüber des Menschen, als respondierendes Wesen [29]. Hingegen erscheint im Zusammenhang der romantischen Universalhermeneutik (vgl. Bär 2012, 512–514) das Tier1 als eine dem Menschen kommunikativ gegenüberstehende Größe [18, 139] und zugleich als hermeneutische Herausforderung, der nur der ganzheitlich (d. h. nicht einseitig rational) orientierte Mensch gerecht werden kann [138].
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1924 f. (1925): Sinnliche Brunst erniedrigt den Menschen tief unter das ⟨1925⟩ Thier.

[2] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 791: Nur ein grausames Herz kann ein Thier ohne Empfindung leiden sehen.

[3] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 176: Der Mênsch, [...] ein Individuum des menschlichen Geschlechtes, d. i. ein mit einer vernünftigen Seele begabtes Thier.

[4] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 579: Das Thier [...]. Im weitesten Verstande[5], ein jedes lebendiges Geschöpf, ein Körper, welcher der Empfindung und freywilligen Bewegung fähig ist. Ein unvernünftiges Thier, zum Unterschiede von dem vernünftigen, welches doch unter dem Nahmen des Menschen am bekanntesten ist. Es wird hier nur als ein allgemeiner Ausdruck gebraucht, die Classe[1] oder das Geschlecht zu bezeichnen. Wenn sich der Mensch zum Geschlecht der Thiere rechnen muß, so kann er doch auch in mancher andern Absicht seinen wahren Adel[5] und Vorzug erweisen, die ihm auf einen höhern Rang ein gegründetes Recht geben.

[5] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 581: Die Thierpflanze, [...] eine Art natürlicher Körper, welche halb einem Thiere und halb einer Pflanze gleichen, d. i. welche in der äußern Gestalt, der Fortpflanzung und dem Wachsthume den Pflanzen gleichen, aber wegen ihrer willkührlichen Nahrung, räumlichen Bewegung und Empfindung wirklich zu den Thieren gehören; Zoophyta Linn. Bey einigen Pflanzenthiere. Dahin gehören z. B. die Polypen, der Bandwurm, die Rosenkränze und so ferner.

[6] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 96: Von allen Eigenschaften [...] ist es besonders eine, welche dem Menschen besonders auffällt, und welche er auch an der, ihm zunächst untergeordneten Gattung, an den Thieren gewahr wird; es ist die Unterscheidung in zwei Geschlechter. Volltext

[7] Brentano, Godwi (1801), SWB 16, 359: [W]ir werden eine Liebe haben, wenn wir keine Ehe[1] mehr kennen. Bis dahin seyen die Thiere des Waldes gepriesen, wegen ihrer Gesundheit, bis dahin seyen die Freiheitsschmerzen edler Seelen geehret, bis dahin dulde man mein Bild der aufgehenden Sonne für die verlorenen Mädchen. | Denn ich will ewig glauben, daß sich die Liebe in sie geflüchtet hat, in dieser Zeit[3] der Ehe[1], wie alles Gute sich in die Poesie[4] flüchtete zur Zeit[3] der Barbarei, und sie stehen jetzt noch da, wie einst die romantische[2/8] Poesie[1/8] da stand.

[8] Brockhaus, Conv.-Lex. IV (1809), 29: Daß auch in dem Physischen der Thiere gewisse Eigenthümlichkeiten als
Racenunterschiede
sich charakterisiren, das haben schon zahllose Beobachtungen dem Naturforscher gelehrt; und doch ist die genaue Bestimmung der unter den Thiergeschöpfen existirenden Racen noch immer eine der schwersten Aufgaben der Zoologie. [...] Je mehr [...] die Naturgeschichte nur in Beschreibungen der natürlichen[1] Körper besteht, und je mehr sie dabei Arten und Classen[1] annimmt, welche bloß auf Aehnlichkeiten in den Formen beruhen; desto weniger läßt sich eine bestimmte Angabe der unter den niedrigern Thieren vorhandenen Racen erwarten. Diese wird der Naturforscher nur dann mit Gewißheit angeben können, wenn ihm die durch Gesetze begründeten Thierstämme, so wie die allmählichen Abartungen ihrer Urgestalten nicht mehr fremd[3] sein werden.


[9] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 52: Einen traurigen Beleg zu der Behauptung, daß der Mensch sogar unter das Thier sinken kann, das beim höchsten Hunger Geschöpfe seiner eignen Gattung zur Nahrung wählet, liefern die Nachrichten älterer[2] und neuerer[5] glaubwürdiger Schriftsteller über Menschenfressende Nationen[1] und einzelne Menschenfresser.

[10] Ehrmann, Amalie (1788), 117: Der Mensch ist ein Thier, dessen Willen der Vernunft[1] untergeordnet ist, er hat durch diesen Willen seine thierischen Triebe einzuschränken, zu verfeinern gelernt, aber aus dem Körper ganz vertilgt sind sie darum nicht, diese Triebe der schwachen Menschheit; – und eben darum verdienen die Menschen, die man zwingt den Keim der gährenden Menschheit zu unterdrükken, mein wahrhaftes Mitleid.

[11] C.
de la Motte
Fouqué, Fr. d. Falkenst. II
(1810), 45: Mein Knab' war schön[1] wie die Engel sind, er verstand die Sprache[2] der Thiere und jeden Laut in der Natur[2].

[12] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 103 f.: Dieß Erheben aber des Ansich in's selbstbewußte Wissen bringt einen ungeheuren Unterschied hervor. Es ist der unendliche Unterschied, der z. B. den Menschen überhaupt vom Thiere trennt. ⟨104⟩ Der Mensch ist Thier, doch selbst in seinen thierischen Funktionen bleibt er nicht als in einem Ansich stehen, wie das Thier, sondern wird ihrer bewußt, erkennt sie und erhebt sie, wie z. B. den Prozeß der Verdauung, zu selbstbewußter Wissenschaft. Dadurch löst der Mensch die Schranke seiner ansichseyenden Unmittelbarkeit auf, so daß er deshalb gerade, weil er weiß, daß er Thier ist, aufhört Thier zu seyn, und sich das Wissen seiner als Geist[31] giebt. Volltext

[13] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 127: Die Thiere leben in Frieden mit sich und den Dingen um sie her, doch die geistige Natur[1] des Menschen treibt die Zweiheit und Zerrissenheit hervor, in deren Widerspruch er sich herumschlägt. Volltext

[14] Heinse, Musik. Dialog. (1805), 90 f. (91): Nichts ist seltner, als ein Mann von ⟨91⟩ Genie[2]! Man kann allezeit eine Million Menschen gegen einen einzigen rechnen; und noch ersticken die mehrsten unter diesen Wenigen in der Blüthe! Die mehrsten Menschen sind Pöbel, oder Thiere, die durch die Auferziehung zu menschlichen Maschinen gemacht worden sind. | Leider sind die Menschen so sehr von ihrer göttlichen Würde herabgesunken, daß sie die Verdienste nach dem Adel[1] der Geburt schätzen!

[15] Herder, Gesch. d. Menschh. I (1784), 80 f.: Die Cultur[6] kann Thiere verdrängen: sie kann sie aber schwerlich ausrotten, wenigstens hat sie dies Werk noch in keinem großen ⟨81⟩ Erdtheil vollendet; und muß sie statt der verdrängeten Wilden nicht in einem größeren Maas zahmere Thiere nähren?

[16] Herder, Gesch. d. Menschh. I (1784), 173: Kein Thier frißt seines Gleichen aus Leckerei: kein Thier mordet sein Geschlecht auf den Befehl eines Dritten mit kaltem Blut. Kein Thier hat Sprache[1], wie der Mensch sie hat, noch weniger Schrift, Tradition, Religion[3], willkührliche Gesetze und Rechte.

[17] Krünitz, Oecon. Encycl. LXIV (1794; 21803), 491: Im romantischen[9] Stil muß ich diejenigen Bey-Werke vermeiden, welche die Idee von Niedlichkeit, Kunst[14] und Verzierung erregen. Vasen, bewohnte artige Häuser, und alles dergleichen muß wegfallen, da der Endzweck dieses Stiles ist: Staunen, Furcht, Entsetzen u. d. gl. in mir zu erregen, und mir die verwilderte Natur[2] in ihrer Rauhigkeit zu zeigen. Menschen kann ich hier wenig brauchen, weil sie nicht leicht solche Orte besuchen; nur etwa ein armer Wanderer, der sich verirrt hat, und an beschwerlichen Felsen herum klettert, oder mit Schrecken vor einem unerwarteten Abgrund zurück zittert; oder ein Jäger, der wilde Thiere verfolgt; oder ein menschenfeindlicher Einsiedler, der sich in Felsenklüften verbirgt, ist zu brauchen. Eben so wenig sind zahme Thiere hier schicklich, wohl aber alle Gattungen von wilden und reissenden Thieren. [...] Von Gebäuden kann [d]er [Künstler] nichts brauchen, als fürchterliche ⟨492⟩ Ruinen, verlassene und zusammenstürzende Gebäude, und wüste zerstörte Schlösser.

[18] Novalis, Afterdingen I (*1799–1800; 1802), 6: Ich hörte einst von alten[1] Zeiten[3] reden; wie da die Thiere und Bäume und Felsen mit den Menschen gesprochen hätten. Mir ist grade so, als wollten sie allaugenblicklich anfangen, und als könnte ich es ihnen ansehen, was sie mir sagen wollten. Es muß noch viel Worte[1] geben, die ich nicht weiß: wüßte ich mehr, so könnte ich viel besser alles begreifen.

[19] Ritter, Fragm. II (1810), 207, Nr. 639: Der Mensch ist unter den Thieren, was der fliegende Fisch unter den übrigen ist. Er kann sich bisweilen über das Wasser erheben, immer aber fällt er bald wieder herunter.

[20] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 419: Wer unsere Behauptung von der griechischen[2] Mythologie als einem Werk der Natur[2] so verstehen wollte, als wäre sie es auf eine eben so blinde Weise, als es die Hervorbringungen des Kunsttriebs der Thiere sind, würde sie freilich ganz roh verstehen. Aber nicht weniger würde derjenige von der Wahrheit abirren, der sie als ein Werk absolut-poetischer[4] Freiheit[3] denken wollte. Volltext

[21] Schiller, Path. (1793 [hier: 21801]), NA 20, 204: Bestimmt der Instinkt allein alle Erscheinungen am Menschen, so ist nichts mehr vorhanden, was an die Person erinnern könnte, und es ist bloß ein Naturwesen, also ein Thier, was wir vor uns haben; denn Thier heißt jedes Naturwesen unter der Herrschaft des Instinkts.

[22] Schiller, Ästh. Erzieh. (1795), NA 20, 391: Eine grenzenlose Dauer des Daseyns und Wohlseyns, bloß um des Daseyns und Wohlseyns willen, ist bloß ein Ideal der Begierde, mithin eine Foderung, die nur von einer ins Absolute strebenden Thierheit kann aufgeworfen werden. Ohne also durch eine Vernunftäußerung dieser Art etwas für seine Menschheit zu gewinnen, verliert er [sc. Mensch] dadurch bloß die glückliche Beschränktheit des Thiers, vor welchem er nun bloß den unbeneidenswerthen Vorzug besitzt, über dem Streben in die Ferne den Besitz der Gegenwart zu verlieren, ohne doch in der ganzen grenzenlosen Ferne je etwas anders als die Gegenwart zu suchen.

[23] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. I (!1801–02), KAV 1, 281: Das Symbolische der aufrechten Stellung [...] ist schon erwähnt worden. Es deutet auf die nähere freyere Beziehung, worin der Mensch zur Sonne und dadurch zum ganzen übrigen Universum steht, da die Thiere an die Scholle gefesselt, gleichsam Leibeigne der Erde sind.

[24] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 60: Die nicht mit Vernunft begabten Geschöpfe sind eigentlich weder des Ernstes noch des Scherzes fähig. Die Thiere scheinen zwar zuweilen zu arbeiten, als wären sie ernsthaft auf einen Zweck gerichtet, und als ordneten sie folglich den gegenwärtigen Augenblick einem künftigen unter; andremale spielen sie, d. h. sie überlassen sich zwecklos der Lust des Daseyns: aber sie haben nicht das Bewußtseyn davon, welches beyde Zustände erst zu wahrem Ernst und Scherz erheben würde. Volltext

[25] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 223: Thier und Pflanze sind die herabsteigende Quinte und Terz des Menschen, das unorganische Reich ist die untere Oktav. Volltext

[26] Sulzer, Allg. Theor. I (1771), 291: Die Einbildungskraft ist eine der vorzüglichsten Eigenschaften der Seele, deren Mangel den Menschen noch unter die Thiere erniedrigen würde; weil er alsdenn, als eine blosse Maschine, nur durch gegenwärtige Eindrüke und allemal nach Maaßgebung ihrer Stärke würd in Würksamkeit gesetzt werden.

[27] Sulzer, Allg. Theor. I (1771), 457: Wir dürfen uns nicht scheuhen, die Anlage zum Genie[2] selbst in der thierischen Natur[1] aufzusuchen, da man durchgehends übereingekommen ist, auch den Thieren etwas dem Genie[2] ähnliches zuzuschreiben. Wir sehen, daß jedes Thier alle Geschäffte, die zu seinen Bedürfnissen gehören, mit einer Geschicklichkeit und mit einer Fertigkeit verrichtet, die Genie[2] anzuzeigen scheinen. Bey dem Thier liegt allemal ein höchst feines Gefühl, eine ausnehmende Reizbarkeit der Sinne[4] zum Grund.

[28] Adelung, Gesch. Cultur (1782), 10 f. (11).

[29] Adelung, Gesch. Cultur (1782), 23.

[30] Adelung, Gesch. Cultur (1782), 24 f. (25).

[31] Adelung, Gesch. Cultur (1782), 28 f. (29).

[32] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 965.

[33] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1671.

[34] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1839 (2).

[35] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 51.

[36] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 167.

[37] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 267.

[38] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 372.

[39] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 443.

[40] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1100.

[41] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1548.

[42] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1836.

[43] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 123.

[44] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 140.

[45] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 474 f. (475).

[46] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 724.

[47] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 806.

[48] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 854.

[49] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 1029.

[50] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 1037.

[51] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 1069.

[52] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (21798), 1344.

[53] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 11.

[54] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 226.

[55] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 579.

[56] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 1101 (1).

[57] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 1101 (2).

[58] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 1146.

[59] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 1542.

[60] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 1551.

[61] Ahlefeld, Marie Müller (21814), 9 f. (10).

[62] Arndt, Erinn. (1840), 52.

[63] B. v. Arnim, Briefw. Kind I (1835), 327 f. (328).

[64] B. v. Arnim, Frühlingskr. (*1800–04; 1844), 93 f..

[65] B. v. Arnim, Frühlingskr. (*1800–04; 1844), 221 f. (222).

[66] B. v. Arnim, Frühlingskr. (*1800–04; 1844), 286.

[67] Aurbacher, Büchl. f. d. Jgd. (1834), 144.

[68] Aurbacher, Büchl. f. d. Jgd. (1834), 147.

[69] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 3.

[70] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 4.

[71] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 16 f..

[72] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 39 f. (40).

[73] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 41 f. (42).

[74] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 42 f. (43).

[75] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 95.

[76] A. F. Bernhardi, Sprachlehre I (1801), 115 f..

[77] A. F. Bernhardi, Wiss. u. Kunst (1802), 75.

[78] Brockhaus, Conv.-Lex. III (1809), 463.

[79] Brockhaus, Conv.-Lex. V (1809), 393.

[80] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 51.

[81] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 176.

[82] Brockhaus, Bild.-Conv.-Lex. I (1837), 487.

[83] Brockhaus, Bild.-Conv.-Lex. II (1838), 54.

[84] Ehrmann, Amalie (1788), 90.

[85] G. Forster, Menschenraßen (1786), W 2, 100.

[86] Goethe, an C. L. v. Knebel (17. 11. 1784), WA IV, 6, 389 f..

[87] Goethe, Weim. Kunstausst. 1804 (1805), WA I, 48, 77 f. (78).

[88] Goethe, Tageb. (1821), WA III, 8, 31.

[89] Goethe, an Zelter (9. 6. 1831), WA IV, 48, 225.

[90] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 78.

[91] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 158 f. (159).

[92] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 160 f..

[93] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 164.

[94] Hegel [Hotho], Aesth. II (1837), 401.

[95] Hegel [Hotho], Aesth. III (1838), 238.

[96] Heinse, H. v. Hohenth. I (1795), SW 5, 55.

[97] Heinse, Musik. Dialog. (1805), 41 f. (42).

[98] Herder, Urspr. d. Spr. (*1769; 1772), SW 5, 17.

[99] Herder, Urspr. d. Spr. (*1769; 1772), SW 5, 21.

[100] Herder, Engl. u. dt. Dichtk. (1777), 425.

[101] Herder, Gesch. d. Menschh. II (1785), SW 13, 296.

[102] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. I (1834), 91.

[103] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. I (1834), 435.

[104] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. III (1835), 261.

[105] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. III (1835), 298.

[106] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. III (1835), 393.

[107] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. IV (1835), 50.

[108] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. IV (1835), 341 f. (342).

[109] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. IV (1835), 349.

[110] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. V (1835), 353.

[111] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. V (1835), 397.

[112] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. V (1835), 419.

[113] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. VI (1836), 111.

[114] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. VII (1836), 367.

[115] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. VII (1836), 415.

[116] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. VIII (1837), 189.

[117] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. IX (1837), 365 f..

[118] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. X (1838), 115 f..

[119] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. X (1838), 116 f..

[120] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. X (1838), 117.

[121] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. X (1838), 378.

[122] Hirschfeld, Gartenkunst I (1779), 25.

[123] Hirschfeld, Gartenkunst I (1779), 173.

[124] Hölderlin, Hyp. I (1797), 35.

[125] Hölderlin, Hyp. I (1797), 87.

[126] Th. Huber, Holland (1811), 190 ff..

[127] Jean Paul, Vorsch. Ästh. I (1804), 120.

[128] Kant, Crit. pract. Vern. (1788), 108.

[129] Kant, Crit. pract. Vern. (1788), 135.

[130] Kant, Crit. d. Urtheilskr. (21793), 15.

[131] Kant, Crit. d. Urtheilskr. (21793), 283.

[132] Kant, Metaph. d. Sitt. II (1797), 23 f. (24).

[133] Krünitz, Oecon. Encycl. LXIV (1794; 21803), 477 f..

[134] Krünitz, Oecon. Encycl. LXIV (1794; 21803), 479.

[135] Mereau, Amd. u. Ed. I (1803), 40.

[136] Mundt, Dt. Prosa (1837), 7.

[137] Novalis, Blüthenstaub (1798), 75, Nr. 22.

[138] Novalis, Lehrlinge (*1798), NS 1, 100 f. (101).

[139] Novalis, Afterdingen I (*1799–1800; 1802), 22.

[140] Novalis, Afterdingen I (*1799–1800; 1802), 67.

[141] Pückler-Muskau, Brf. Verstorb. II (1830), 227.

[142] Ritter, Fragm. I (1810), 37, Nr. 56.

[143] Schelling, Philos. d. Erf. (1798), SW I, 1, 470.

[144] Schelling, Darst. Syst. (1801), 119.

[145] Schelling, Darst. Syst. (1801), 120 f. (121).

[146] Schelling, Darst. Syst. (1801), 123.

[147] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 405.

[148] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 414 f. (415).

[149] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 485.

[150] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 543 f. (544).

[151] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 566.

[152] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 573.

[153] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 588.

[154] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 589.

[155] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 603 f..

[156] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 608.

[157] Schiller, Zushg. thier. Nat. (1780), NA 20, 56.

[158] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 254.

[159] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 272 (1).

[160] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 272 (2).

[161] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 290.

[162] Schiller, Zerstr. Betr. (1794 [hier: 21802]), NA 20, 228.

[163] Schiller, Ästh. Erzieh. (1795), NA 20, 393.

[164] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 92.

[165] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 92.

[166] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 97.

[167] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 98.

[168] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 99.

[169] A. W. Schlegel, Brf. Poes. IV (1796), Hor. V.2, 60 ff. (61 f.).

[170] A. W. Schlegel, Vorles. philos. Kunstlehr. (!1798–99), KAV 1, 153.

[171] A. W. Schlegel, Zeichn. (1799), 237.

[172] A. W. Schlegel, Zeichn. (1799), 242.

[173] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. I (!1801–02), KAV 1, 228.

[174] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. I (!1801–02), KAV 1, 241.

[175] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. I (!1801–02), KAV 1, 279 f. (280).

[176] A. W. Schlegel, Berl. Vorles. I (!1801–02), KAV 1, 280.

[177] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 276 f. (277).

[178] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 349.

[179] F. Schlegel, Spr. u. Weish. d. Ind. (1808), 106.

[180] F. Schlegel, Spr. u. Weish. d. Ind. (1808), 205 f. (206).

[181] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 8.

[182] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 30.

[183] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 31.

[184] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 32 f. (33).

[185] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 33 f..

[186] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 40.

[187] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 53 ff..

[188] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 55.

[189] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 57.

[190] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 58 f. (59).

[191] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 75.

[192] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 125 f..

[193] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 190 f..

[194] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 255.

[195] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 427.

[196] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 427 f. (428).

[197] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 452 f. (453).

[198] A. Schopenhauer, Wille u. Vorst. (1819 [1818]), 701.

[199] Seume, Ged. (31810 [11801]), 87.

[200] Sulzer, Allg. Theor. I (1771), III.

[201] Sulzer, Allg. Theor. I (1771), 15.

[202] Sulzer, Allg. Theor. II (1774), 610.

[203] Sulzer, Allg. Theor. II (1774), 612.

[204] Sulzer, Allg. Theor. II (1774), 710.

[205] L. Tieck, Phantasus I (1812), 473.

[206] Tieck-Bernhardi, Wunderb. u. Träum. (1802), 282.

[207] J. H. Voß, F. Stolberg (1819), 100.

[208] Wackenroder, an seine Eltern (22. 6. 1793), VL 2, 180.














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