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Semantik 
7. ›etw. beurteilende (in der Regel: etw. tadelnde) Person‹ als einzelne oder auch als Typus (›Gesamtheit von Beurteilern‹); Metonymie zu 1.
Belege 
[1] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 58: Friedrich [der Große] widmete ihm [sc. La Mettrie] eine Lobschrift, in der er ihn einen aufgeklärten Philosophen, einen gelehrten Arzt und einen rechtschaffenen Mann nannte. Allein ganz entgegen gesetzt fiel über ihn die öffentliche Meinung und die Stimme der Kritik über seine Schriften aus [...].

[2] Kant, Crit. pract. Vern. (1788), 7: Diejenige, welche sich solcher hohen Erkenntnisse rühmen, sollten damit nicht zurückhalten, sondern sie öffentlich zur Prüfung und Hochschätzung darstellen. Sie wollen beweisen; wohlan! so mögen sie denn beweisen, und die Critik legt ihnen, als Siegern, ihre ganze Rüstung zu Füßen.

[3] Scheffner, Leben (1816), 95 f. (96): Als das Regiment in die Nähe von Leipzig kam, besuchte ich einen weitläuftigen Verwandten, den einst stark berufenen Professor Gottsched, [...] ⟨96⟩ [...]. Grenzenlose Eigenliebe hatte ihn gegen alles Geschoß der Kritik fest gemacht [...].

[4] A. W. Schlegel, Entw. Krit. Inst. (*1800), SW 8, 51 ff. (52): Ebenso soll die Allgemeinheit, die wir suchen, nur darin be⟨52⟩stehen, daß wir dasjenige umfassen, was wirklich einen gemeinschaftlichen Mittelpunkt hat, also was den Menschen als Menschen interessiert und einen integrierenden Theil der gesamten höheren Geistesbildung ausmacht. Hiedurch sind also ausgeschlossen alle Bücher, die bloß empirische Data oder positive Sätze ohne Beziehung auf ein System oder Herleitung aus Principien zusammentragen, ingleichen alle bloß technischen Kenntnisse, die lediglich durch ihre Verwendung zu einem bedingten Zwecke einen Werth erhalten. | Unsre Gegenstände würden also folgende sein: | 1) Philosophie in ihrem weitesten Umfange. | 2) Naturwißenschaft. Da alle Naturbeobachtung, die den Namen verdienen kann, zu allgemeinen Naturgesetzen hinstrebt und die Spekulation über die Natur[2] ihre Sätze bis in die speciellste Erfahrung hinein bewährt wißen will, so würde sich die Kritik[7] sowohl über empirische als spekulative Physik verbreiten müßen, und es könnte nicht leicht zu viel in diesem Fache geschehen, da das Interesse des Zeitalters vorzüglich darauf gerichtet ist. [...] | 3) Von der Geschichte[3] dasjenige, was durch seinen Inhalt oder durch seine Form unmittelbaren Werth und Interesse hat und diese nicht erst durch äußerliche Brauchbarkeit erhält: also alles zur Geschichte[3] der Menschheit Gehörige, dann historische Kunstwerke. | 4) Von der Philologie: philosophische Grammatik und Beurtheilung der einzelnen Sprachen nach Principien derselben, philologische Kritik[1] und Auslegungskunst. | Das Studium des klassischen[6] Alterthums[3] fällt unter die beiden vorhergehenden Rubriken, deren Bestimmung ausweist, was davon hier behandelt werden soll. Nur insofern sein Inhalt einen Theil der Kulturgeschichte ausmacht, gehört es in das historische Fach; seine Methode, Hülfsmittel u. s. w. in das philologische oder grammatische. | 5) Schöne Kunst[9] und Theorie derselben. | Poesie[11] in ihrem weitesten Umfange, Beredsamkeit nach ihrer ⟨53⟩ richtigeren Bestimmung, als schöne Komposition in Prosa[1], und überhaupt was zur schönen Litteratur gerechnet wird, würde den Hauptartikel in dieser Rubrik ausmachen.

[5] Schelling, Notizenbl. I (1802), 116.

[6] K. A. Varnhagen von Ense, Denkw. II (1837–42), 274.

[7] K. A. Varnhagen von Ense, Denkw. II (1837–42), 327.














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