Wortliste
Struktur
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Semantik 
6. ›Antikes und Modernes, Klassisches7 und Romantisches9/11, auch das, wofür die Epochen prototypisch stehen (Klassisches4/5/2 und Romantisches2/10/4/5/6/8), umfassend und vereinigend‹; offen zu 3, hypersem ⦿ zu 5. Die damit angesprochene Synthesis wird als unendliche Aufgabe verstanden, die nie völlig zum Abschluss zu bringen ist. Friedrich Schlegel verwendet progressiv6 in den Jahren kurz vor 1800 mehrfach, um das frühromantische Programm der Synthesis von Antike und Moderne ⦿ lexikalisch zu fassen. Ebenso findet hierfür das Adjektiv romantisch(7) Verwendung (prominent in Beleg [11]), das nach und nach zum zentralen Fahnenwort ⦿ der Romantik wird. Demgegenüber spielt progressiv nach 1800 praktisch keine Rolle mehr in diesem Zusammenhang.
Belege 
[1] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 102, Nr. 203: Goethe ist kein Moderner[2] sondern ein Progressiver also zugl.[eich] antik[3]. vgl. [6]

[2] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 122, Nr. 446: Die class.[ischen]
[4/6]
Gedichtarten haben nur
Einheit;
die
progressiven
[6/5]
allein
Ganzheit.


[3] F. Schlegel, Philos. Lehrj. II (*1797), KFSA 18, 82, Nr. 631: Der Katholizismus ist naives[1] χρ [Christentum]. Der Protest[antismus] sentimentales[1]. Das progreßive fängt erst an. vgl. [12]

[4] F. Schlegel, Gespr. Poes. (1800), 180 f.: [Der Goethe'sche Wilhelm Meister] eröffnet eine ganz neue[1] endlose Aussicht auf das, was die höchste Aufgabe aller Dichtkunst zu seyn scheint, die Harmonie des Classischen[2/4/5?] und Romantischen[2/3/5/6?]. [...] ⟨180⟩ [...] Cervantes und Shakspeare [...] sind [...] die einzigen, mit denen Goethe's Universalität eine Vergleichung zuläßt. [...] Nur ist Goethe's Kunst[2] durchaus progressiv[6/3] [...]. | Goethe hat sich [...] zu einer Höhe der Kunst[2] heraufgearbeitet, welche zum erstenmal die ganze Poesie[17] der Alten[2] und der Modernen[1] umfaßt, und den Keim eines ewigen Fortschreitens enthält. | Der Geist[15], der jetzt rege ist, muß auch diese Richtung nehmen, und so wird es, dürfen wir hoffen, nicht an Naturen[10] fehlen, die fähig seyn werden zu dichten, nach Ideen zu dichten. Wenn sie nach Goethe's Vorbilde in Versuchen und Werken jeder Art unermüdet ⟨181⟩ nach dem Bessern trachten; wenn sie sich die universelle Tendenz, die progressiven6/3] Maximen dieses Künstlers zu eigen machen, die noch der mannichfaltigsten[1] Anwendung fähig sind; wenn sie wie er das Sichre des Verstandes[2] dem Schimmer des Geistreichen vorziehn: so wird jener Keim nicht verloren gehn, so wird Goethe nicht das Schicksal des Cervantes und des Shakspeare haben können; sondern der Stifter und das Haupt einer neuen[1] Poesie[11] seyn [...]. Volltext

[5] N. N., Bem. üb. Kunst (1831), 140.

[6] Novalis, Poëticism. (*1798), NS 2, 537, Nr. 54.

[7] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 97, Nr. 150.

[8] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 102, Nr. 208.

[9] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 104, Nr. 230.

[10] F. Schlegel, Fragm. Litt. u. Poes. (*1797), KFSA 16, 146, Nr. 717.

[11] F. Schlegel, Ath.-Fragm. (1798), 28, Nr. 116.

[12] F. Schlegel, Ath.-Fragm. (1798), 62, Nr. 231.














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