Wortliste
Adel
Brief
Buchstabe
Dialekt
Freiheit
Ironie
ironisch
klassisch
Kritik
Ohr
progressiv
romantisch
Stimme
Tier
Witz
Brief
Buchstabe
Dialekt
Freiheit
Ironie
ironisch
klassisch
Kritik
Ohr
progressiv
romantisch
Stimme
Tier
Witz
Struktur
(Wenn Sie im oberen Fenster »Wortliste« ein Stichwort auswählen, erscheint hier ein Überblick über die Gliederung des betreffenden Wortartikels.)
Semantik
14.
›stimmliche Qualität, charakteristische Klang-/Tonfarbe, -höhe und/oder Lautstärke beim Gebrauch des Lauterzeugungsorgans, den ein Mensch oder ein lautlich artikulationsfähiges Tier punktuell, individuell, national oder gattungsspezifisch aufweist‹, hexeosem ⦿ zu 1. Für Schiller ist eine wohlklingende St. ebenso wie ein glückliches Verhältniß der Glieder, ein lieblicher Teint oder ein feiner und freier22 Wuchs nur der Natur2 und dem Glück zu verdanken [44]. Demgegenüber sucht Reichardt den Grund für die (von ihm in ästhetischer Hinsicht negativ bewertete) St. der Franzosen in klimatischen Bedingungen, der Ernährungsweise und dem als kollektiv dargestellten Leiden an venerischen Erkrankungen [36]. Die auch bei geringerer „Kunstausbildung“ immer zu bevorzugende italienische St. [8] wird zurückgeführt auf die besondere Musikaffinität der italienischen Sprache, die „an sich selbst [...] wohlklingend“ (Reichardt, Vertr. Brf. II [1804], 126) ist, und auf die wiederum klimatisch bedingte Beschaffenheit der italienischen Physis: „Im schönsten Mittelklima der Erde erzeugt, scheinen die Italiener auch die glücklichste Organisation für Gesang und Sprache erhalten zu haben“ (Ebd., 126 f.).
Belege
[1]
A. v. Arnim, Dolores (1810), RuE 1, 282: Arnika mußte bei ihrem Witze[3] und ihrer schönen[9] Stimme mit den Zuschauern reden; Divina, die sehr dumm war, und eine rauhe männliche[2] Stimme in ihrem weichen Munde verschloß, spielte die schöne[1] Stumme [...].
[2] Eichendorff, Freier (1833), W 1, 883: Aber die Nacht hat lange Ohren[2] – die Gräfin wird daher, um alles Aufsehen zu vermeiden, auch ganz die Stimme des Herrn Arthur nachahmen; lassen Sie sich dadurch nicht irremachen.
[3] Herder, Urspr. d. Spr. (1772), 89: In der Reihe der Wesen hat jedes Ding seine Stimme und eine Sprache[12] nach seiner Stimme. Die Sprache[12] der Liebe ist im Nest der Nachtigall süßer Gesang, wie in der Höle des Löwen Gebrüll: im Forste des Wildes wiehernde Brunst, und im Winkel der Katze Zetergeschrei; jede Gattung redet die ihrige, nicht für den Menschen[1], sondern für sich, und für sich so angenehm als Petrarchs Gesang an seine Laura! ➢ Volltext
[4] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. I (1834), 378: Hier traf sie auf einen Geistlichen, der bei'm Messelesen einige Worte[1] des Evangeliums falsch aussprach. Entrüstet hierüber riß sie ihm die Stola vom Halse, und las nun das Evangelium selber mit lauter Stimme vor.
[5] W. v. Humboldt, Versch. Sprachb. (*1827–29), GS I, 6.1, 201: Bei den Vögeln steht die Schönheit[2] der Farben mit der Geschlechtsentwicklung und der Stimme in Verbindung.
[6] Klopstock, Gramm. Gespr. (1794), 129: Wenn ich Mine und Stimme auch nur ein wenig verändere, so erinnert sie sich nicht, daß sie mich schon gesehen hat.
[7] W. A. Mozart, an seinen Vater (17. 10. 1777), S 1, 84: Dann wenn ich ihr einigemahl so mit der rechten hand etwas vormachte, so sagte sie gleich Bravissimo. und daß in der stimme einer Maus.
[8] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 127: Beim Anklange des einfachen Tons[11] und bei der Verschmelzung der einfachsten Tonfolge unterscheidet man sogleich eine italienische Stimme von hundert nordischen und westlichen Stimmen, und der Eindruck aufs Gehör und Gefühl wird immer für die italienische Stimme entschei〈128〉den, sollte sie auch einer Sängerinn angehören, die übrigens unter den andern neun und neunzig die geringste Kunstausbildung hätte.
[9] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 249: Nach dem, in jeder Rücksicht köstlichen Diner, wurden mit der höchsten Lustigkeit allerlei witzige ausgelaßne Sachen gesungen. Mit einer kleinen cassirten Stimme sangen besonders Lally Tolendal und der Vicomte Segur ausgelassen lustige Romanzen von ihrer eignen Dichtung und schienen sich einander übertreffen zu wollen.
[10] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 32 f. (33): Schon bey einer lebhaften mündlichen Erzählung pflegt man die Per〈33〉sonen häufig redend einzuführen, und darnach Ton[14] und Stimme zu wechseln. ➢ Volltext
[11] C. Schumann, Tageb. (*1840), 108: Sophie Schloß hat eine volle starke Stimme, doch hat die Stim̅e keinen schönen[9] noblen Charakter[1], wie Elisens. Sie macht Colleraturen die Menge, aber Wie? das frage Niemand.
[12] S. Tieck, Mensch. (1797), 189: Der Prediger wußte sich vor Zorn nicht zu lassen. Ungezogener Mensch[8], sagte er mit vor Wuth unterdrückter Stimme.
[13] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 85.
[14] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 709.
[15] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 912.
[16] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1093.
[17] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 2033.
[18] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 226.
[19] Ahlefeld, Erna (1820), 146.
[20] Arndt, Erinn. (1840), 52.
[21] A. v. Arnim, Drei Schwest. (1812), 259.
[22] C. Böhmer, an ?Ph. Michaelis (Dez. 1789), C 1, 197.
[23] S. Boisserée, an M. Boisserée (28. 8. 1828), MB 1, 528.
[24] Goethe, Theatr. Send. I (*1777..85), WA I, 51, 165.
[25] Goethe, Tgb. (*1786), WA III, 1, 252.
[26] Goethe, an Chr. G. Voigt (9. 12. 1808), WA IV, 20, 256.
[27] Goethe, Trenng. Schausp. Oper (*1808), WA I, 53, 268.
[28] Grabbe, Napoleon (1831), HKA 2, 332.
[29] Heinse, H. v. Hohenth. I (1795), SW 5, 113.
[30] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. II (1834), 164.
[31] Hoffmann, Fermate (1815), 354.
[32] Hoven, Lebenserinn. (1840), 154.
[33] Jean Paul, Hesp. III (1795), 388.
[34] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 116.
[35] Novalis, Allg. Brouill. (*1798), NS 3, 290, Nr. 282.
[36] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 184.
[37] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 374 f. (375).
[38] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 77.
[39] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 303 f. (304).
[40] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 403.
[41] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 407.
[42] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 408.
[43] Ritter, Fragm. I (1810), LXXVI.
[44] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 125.
[45] Schiller, an Goethe (18. 4. 1801), NA 31, 31.
[46] A. W. Schlegel, Beytr. (1798), 164 f. (165).
[47] Schubert, Nachtseite (1808), 349.
[48] R. Schumann, Kyrie (1834), 8.
[49] R. Schumann, Fastn. (1835), 116.
[50] R. Schumann, Symph. Berlioz (1835), 47.
[51] Wieland, Agath. (1766–67), W 1, 411.
[52] Winckelmann, Herculan. Entdeck. (1762), 80.
[2] Eichendorff, Freier (1833), W 1, 883: Aber die Nacht hat lange Ohren[2] – die Gräfin wird daher, um alles Aufsehen zu vermeiden, auch ganz die Stimme des Herrn Arthur nachahmen; lassen Sie sich dadurch nicht irremachen.
[3] Herder, Urspr. d. Spr. (1772), 89: In der Reihe der Wesen hat jedes Ding seine Stimme und eine Sprache[12] nach seiner Stimme. Die Sprache[12] der Liebe ist im Nest der Nachtigall süßer Gesang, wie in der Höle des Löwen Gebrüll: im Forste des Wildes wiehernde Brunst, und im Winkel der Katze Zetergeschrei; jede Gattung redet die ihrige, nicht für den Menschen[1], sondern für sich, und für sich so angenehm als Petrarchs Gesang an seine Laura! ➢ Volltext
[4] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. I (1834), 378: Hier traf sie auf einen Geistlichen, der bei'm Messelesen einige Worte[1] des Evangeliums falsch aussprach. Entrüstet hierüber riß sie ihm die Stola vom Halse, und las nun das Evangelium selber mit lauter Stimme vor.
[5] W. v. Humboldt, Versch. Sprachb. (*1827–29), GS I, 6.1, 201: Bei den Vögeln steht die Schönheit[2] der Farben mit der Geschlechtsentwicklung und der Stimme in Verbindung.
[6] Klopstock, Gramm. Gespr. (1794), 129: Wenn ich Mine und Stimme auch nur ein wenig verändere, so erinnert sie sich nicht, daß sie mich schon gesehen hat.
[7] W. A. Mozart, an seinen Vater (17. 10. 1777), S 1, 84: Dann wenn ich ihr einigemahl so mit der rechten hand etwas vormachte, so sagte sie gleich Bravissimo. und daß in der stimme einer Maus.
[8] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 127: Beim Anklange des einfachen Tons[11] und bei der Verschmelzung der einfachsten Tonfolge unterscheidet man sogleich eine italienische Stimme von hundert nordischen und westlichen Stimmen, und der Eindruck aufs Gehör und Gefühl wird immer für die italienische Stimme entschei〈128〉den, sollte sie auch einer Sängerinn angehören, die übrigens unter den andern neun und neunzig die geringste Kunstausbildung hätte.
[9] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 249: Nach dem, in jeder Rücksicht köstlichen Diner, wurden mit der höchsten Lustigkeit allerlei witzige ausgelaßne Sachen gesungen. Mit einer kleinen cassirten Stimme sangen besonders Lally Tolendal und der Vicomte Segur ausgelassen lustige Romanzen von ihrer eignen Dichtung und schienen sich einander übertreffen zu wollen.
[10] A. W. Schlegel, Dramat. Lit. I (1809), 32 f. (33): Schon bey einer lebhaften mündlichen Erzählung pflegt man die Per〈33〉sonen häufig redend einzuführen, und darnach Ton[14] und Stimme zu wechseln. ➢ Volltext
[11] C. Schumann, Tageb. (*1840), 108: Sophie Schloß hat eine volle starke Stimme, doch hat die Stim̅e keinen schönen[9] noblen Charakter[1], wie Elisens. Sie macht Colleraturen die Menge, aber Wie? das frage Niemand.
[12] S. Tieck, Mensch. (1797), 189: Der Prediger wußte sich vor Zorn nicht zu lassen. Ungezogener Mensch[8], sagte er mit vor Wuth unterdrückter Stimme.
[13] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 85.
[14] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 709.
[15] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 912.
[16] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1093.
[17] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 2033.
[18] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 226.
[19] Ahlefeld, Erna (1820), 146.
[20] Arndt, Erinn. (1840), 52.
[21] A. v. Arnim, Drei Schwest. (1812), 259.
[22] C. Böhmer, an ?Ph. Michaelis (Dez. 1789), C 1, 197.
[23] S. Boisserée, an M. Boisserée (28. 8. 1828), MB 1, 528.
[24] Goethe, Theatr. Send. I (*1777..85), WA I, 51, 165.
[25] Goethe, Tgb. (*1786), WA III, 1, 252.
[26] Goethe, an Chr. G. Voigt (9. 12. 1808), WA IV, 20, 256.
[27] Goethe, Trenng. Schausp. Oper (*1808), WA I, 53, 268.
[28] Grabbe, Napoleon (1831), HKA 2, 332.
[29] Heinse, H. v. Hohenth. I (1795), SW 5, 113.
[30] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. II (1834), 164.
[31] Hoffmann, Fermate (1815), 354.
[32] Hoven, Lebenserinn. (1840), 154.
[33] Jean Paul, Hesp. III (1795), 388.
[34] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 116.
[35] Novalis, Allg. Brouill. (*1798), NS 3, 290, Nr. 282.
[36] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 184.
[37] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 374 f. (375).
[38] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 77.
[39] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 303 f. (304).
[40] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 403.
[41] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 407.
[42] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 408.
[43] Ritter, Fragm. I (1810), LXXVI.
[44] Schiller, Anm. u. Würd. (1793), 125.
[45] Schiller, an Goethe (18. 4. 1801), NA 31, 31.
[46] A. W. Schlegel, Beytr. (1798), 164 f. (165).
[47] Schubert, Nachtseite (1808), 349.
[48] R. Schumann, Kyrie (1834), 8.
[49] R. Schumann, Fastn. (1835), 116.
[50] R. Schumann, Symph. Berlioz (1835), 47.
[51] Wieland, Agath. (1766–67), W 1, 411.
[52] Winckelmann, Herculan. Entdeck. (1762), 80.
210732 Besucher bislang. ::
Admin Login