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Semantik 
5. metaphorisch zu 1: ›eine Vertiefung aufweisendes und/oder ab- bzw. hervorstehendes Ding (der Form nach an ein Ohr1 erinnernd)‹, von unterschiedlichen Gegenständen gesagt, z. B. von speziellen Gewölbearten in der Architektur [6], von bestimmten Teilen des Pflugs [6], von krampenartigen Widerhaken [1, 6], vom ringförmigen Griff eines Schlüssels [5], vom Nadelöhr [4, 8], von umgeknickten Ecken von Buchseiten oder Spielkarten (,Eselsohren‘) [2, 6, 7], vom Ohrenschutz an Pferde-Kopfmasken [9] oder von Fischkiemen [3].
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (
2
1793), 1240: So werden die breiten eisernen Ringe, welche vorn und hinten inwendig in die Radenaben geschlagen werden, und mit zwey Ohren oder Widerhaken versehen sind, Büchsen genannt.

[2] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (
2
1793), 1338: Ein Ohr in einem Buche; welches im verächtlichen Verstande ein Eselsohr genannt wird.

[3] Brockhaus, Conv.-Lex. VIII (1811), 351: Der Schwerdtfisch (Pristis): eine besondere, durch unverschlossene Ohren athmende Gattung von Fischen, mit einem aalförmigen Körper, schwarzer Haut, gespaltenem Maule, und an der Schnauze einem in einen schwerdtförmigen (von 24 und mehr Zähnen besetzten) Schnabel auslaufenden Oberkiefer und kurzem dreieckigen spitzigen Unterkiefer. ⦿

[4] Brockhaus, Bild.-Conv.-Lex. III (1839), 236: Das erste Geschäft bei der Nadelverfertigung ist immer das Geraderichten des ringförmig zusammengewundenen Drahtes und das Zerschneiden in Theile von der den Nadeln entsprechenden Größe oder in sogenannte Nadelschäfte [...]. Hierauf erfolgt das Zuspitzen, dann bei Stecknadeln das Befestigen der aus etwas feinerm Draht besonders verfertigten Knöpfe, bei den Nähnadeln das Öffnen der Ohre und zuletzt, was für Politur und überhaupt für das Äußere zu thun übrig bleibt.

[5] Goethe, Ital. Reise II (1817), WA I, 31, 16: Man brachte mir einen Dreifuß, von der Erde dergestalt erhöht, daß man die Hände bequem drüber halten konnte. Auf demselben war ein flaches Becken befestigt, dieses enthielt ganz zarte glühende Kohlen, gar glatt mit Asche bedeckt. Hier gilt es nun haushältig sein, wie wir es in Rom schon gelernt. Mit dem Ohr eines Schlüssels zieht man von Zeit zu Zeit die oberflächliche Asche behutsam weg, so daß von den Kohlen wieder etwas an die freie Luft gelange.

[6] Adelung, Gramm.-krit. Wb. III (
2
1798), 600.

[7] Goethe, Farbenl. Polem. Thl. (1810), WA II, 2, 241.

[8] Lichtenberg, Sudelb. F (*1776–79), SuB 1, 488.

[9] J. Schopenhauer, Tante I (1823), 341.














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