Wortliste
Adel
Brief
Buchstabe
Dialekt
Freiheit
Ironie
ironisch
klassisch
Kritik
Ohr
progressiv
romantisch
Stimme
Tier
Witz
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Struktur
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Semantik
2.
›gesangliche Äußerung‹, hyposem ⦿ zu 1. Ebenso wie die St.1 ist auch die St.2 vom Affekt abhängig; im Zusammenhang von sängerischen Auftritten kann sie u. a. von Lampenfieber beeinträchtigt werden [13]. Für Hegel enthält die menschliche St. die ideelle Totalität des Klingens, ist das vollkommene Tönen und lässt sich als das Tönen der Seele selbst vernehmen, während bei allen anderen Instrumenten3 jeweils nur ein der Seele und ihrer Empfindung gleichgültiger und seiner Beschaffenheit nach fernabliegender Körper in Schwingung versetzt wird [4].
Belege
[1]
Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 385: Anstimmen, [...] anfangen zu stimmen, oder die Stimme hören zu lassen. [...] Einen Gesang anfangen. Ein Lied anstimmen.
[2] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 234: Die Instrumental-Musik wird gewöhnlich der Vocal-Musik entgegengesetzt, und man versteht darunter solche Tonstücke, bei welchen, mit Hinweglassung aller Sing-Musik, bloß durch Instrumente[3] Melodie und Harmonie in Ausführung gebracht werden [...], da hingegen zur Vocal-Musik menschliche Stimmen[2] erforderlich sind. Wenn man annimmt, daß die Stimme[12] des Menschen[1] das vornehmste ist, wodurch leidenschaftliche Töne[11] hervorgebracht werden können [...]; wenn man den Reitz, den Eindruck derselben auf die Empfindung Anderer, das Anziehende, das in dem Gesange für unsre Organe[5] liegt, gegen die unarticulirten Töne[11] der Instrumente[3] hält: so ist es leicht zu begreifen, welchen Vorzug die Vocal- vor der Instrumental-Musik haben muß, oder wie sehr diese erst durch Verbindung mit jener gewinnt und in ihre volle Wirkung tritt. Indeß gewährt auch in der Instrumental-Musik die Reichhaltigkeit an Passagen, der Umfang der Töne[11], welche die menschliche Stimme[2] nie so umfassen kann, die Abwechselung der Figuren, selbst auch die Fertigkeit, mit welcher sich der Spieler in Concerten, Quartetten, Sonaten u. dergl. zeigen kann, ebenfalls viele eigenthümliche Schönheiten[1], zumahl wenn solche Instrumente[3] dabei vorkommen, die am meisten fähig sind, den Gesang der menschlichen Stimme[13] nach allen Modificationen der Töne[11] nachzuahmen.
[3] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 182: Der reine Klang der Stimme hat schon als bloßer reiner Ton[11] dieß unendlich Gefällige und Ansprechende, während eine unreine Stimme das Organ[6] mitklingen läßt und nicht den Klang in seiner Beziehung auf sich selbst giebt, und ein unreiner Ton[11] von seiner Bestimmtheit abweicht. ➢ Volltext
[4] Hegel [Hotho], Aesth. III (1838), 170: Als das freiste[1] und seinem Klang nach vollständigste Instrument[4] können wir [...] die menschliche Stimme[13] bezeichnen, welche in sich den Charakter[1] der Blase- und Saiteninstrumente vereinigt, indem es hier Theils eine Luftsäule ist, welche erzittert, Theils auch durch die Muskeln das Princip einer straff gezogenen Saite hinzukommt. Wie wir schon bei der menschlichen Hautfarbe sahen, daß sie als ideelle Einheit die übrigen Farben enthalte und dadurch die in sich vollkommenste Farbe sey, so enthält auch die menschliche Stimme[13/2] die ideelle Totalität des Klingens, das sich in den übrigen Instrumenten[4] nur in seine besonderen Unterschiede auseinanderlegt. Dadurch ist sie das vollkommene Tönen, und verschmelzt sich deshalb auch mit den sonstigen Instrumenten[4] am gefügigsten und schönsten[2]. Zugleich läßt die menschliche Stimme[13/2] sich als das Tönen der Seele selbst vernehmen, als der Klang, den das Innere seiner Natur[1] nach zum Ausdruck des Innern hat, und diese Aeußerung unmittelbar regiert. Bei den übrigen Instrumenten[4] wird dagegen ein der Seele und ihrer Empfindung gleichgültiger und seiner Beschaffenheit nach fernabliegender Körper in Schwingung versetzt, im Gesang aber ist es ihr eigener Leib, aus welchem die Seele herausklingt. ➢ Volltext
[5] Hölderlin, Hyp. I (1797), 99: Nur, wenn sie sang, erkannte man die liebende Schweigende[8], die so ungern sich zur Sprache[11] verstand. | Da, da gieng erst die himmlische Ungefällige in ihrer Majestät und Lieblichkeit hervor; da weht' es oft so bittend und so schmeichelnd, oft, wie ein Göttergebot, von den zarten blühenden Lippen. Und wie das Herz sich regt' in dieser göttlichen Stimme, wie alle Größe und Demuth, alle Lust und alle Trauer des Lebens verschönert im Adel[5] dieser Töne[11] erschien! ➢ Volltext
[6] Novalis, Fragm. u. Stud. (*1800), NS 3, 684, Nr. 663: Stimmen aus Palaestina. Eine Sammlung kristlicher Lieder.
[7] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 405: Das heutige Concert scheint ihm [...] Schaden zu thun, [...] weil man seine Stimme schwächer als bisher gefunden, und man mit seinem ängstlich angestrengten Vortrage und mit seinem närrisch-prätendirenden Wesen unzufrieden war.
[8] R. Schumann, Son. Piano I (1835), 127: Nun kann wohl eine dürftige Claviermelodie, gut gesungen, noch ziemlich klingen, aber eine reiche Melodie für die Stimme wird erst halben Effect auf dem Clavier machen.
[9] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 840.
[10] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 360.
[11] Hamann, Krzzg. d. Phlg. (1762), 134 f. (135).
[12] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 72.
[13] C. Schumann, Tageb. (*1840), 111.
[2] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 234: Die Instrumental-Musik wird gewöhnlich der Vocal-Musik entgegengesetzt, und man versteht darunter solche Tonstücke, bei welchen, mit Hinweglassung aller Sing-Musik, bloß durch Instrumente[3] Melodie und Harmonie in Ausführung gebracht werden [...], da hingegen zur Vocal-Musik menschliche Stimmen[2] erforderlich sind. Wenn man annimmt, daß die Stimme[12] des Menschen[1] das vornehmste ist, wodurch leidenschaftliche Töne[11] hervorgebracht werden können [...]; wenn man den Reitz, den Eindruck derselben auf die Empfindung Anderer, das Anziehende, das in dem Gesange für unsre Organe[5] liegt, gegen die unarticulirten Töne[11] der Instrumente[3] hält: so ist es leicht zu begreifen, welchen Vorzug die Vocal- vor der Instrumental-Musik haben muß, oder wie sehr diese erst durch Verbindung mit jener gewinnt und in ihre volle Wirkung tritt. Indeß gewährt auch in der Instrumental-Musik die Reichhaltigkeit an Passagen, der Umfang der Töne[11], welche die menschliche Stimme[2] nie so umfassen kann, die Abwechselung der Figuren, selbst auch die Fertigkeit, mit welcher sich der Spieler in Concerten, Quartetten, Sonaten u. dergl. zeigen kann, ebenfalls viele eigenthümliche Schönheiten[1], zumahl wenn solche Instrumente[3] dabei vorkommen, die am meisten fähig sind, den Gesang der menschlichen Stimme[13] nach allen Modificationen der Töne[11] nachzuahmen.
[3] Hegel [Hotho], Aesth. I (1835), 182: Der reine Klang der Stimme hat schon als bloßer reiner Ton[11] dieß unendlich Gefällige und Ansprechende, während eine unreine Stimme das Organ[6] mitklingen läßt und nicht den Klang in seiner Beziehung auf sich selbst giebt, und ein unreiner Ton[11] von seiner Bestimmtheit abweicht. ➢ Volltext
[4] Hegel [Hotho], Aesth. III (1838), 170: Als das freiste[1] und seinem Klang nach vollständigste Instrument[4] können wir [...] die menschliche Stimme[13] bezeichnen, welche in sich den Charakter[1] der Blase- und Saiteninstrumente vereinigt, indem es hier Theils eine Luftsäule ist, welche erzittert, Theils auch durch die Muskeln das Princip einer straff gezogenen Saite hinzukommt. Wie wir schon bei der menschlichen Hautfarbe sahen, daß sie als ideelle Einheit die übrigen Farben enthalte und dadurch die in sich vollkommenste Farbe sey, so enthält auch die menschliche Stimme[13/2] die ideelle Totalität des Klingens, das sich in den übrigen Instrumenten[4] nur in seine besonderen Unterschiede auseinanderlegt. Dadurch ist sie das vollkommene Tönen, und verschmelzt sich deshalb auch mit den sonstigen Instrumenten[4] am gefügigsten und schönsten[2]. Zugleich läßt die menschliche Stimme[13/2] sich als das Tönen der Seele selbst vernehmen, als der Klang, den das Innere seiner Natur[1] nach zum Ausdruck des Innern hat, und diese Aeußerung unmittelbar regiert. Bei den übrigen Instrumenten[4] wird dagegen ein der Seele und ihrer Empfindung gleichgültiger und seiner Beschaffenheit nach fernabliegender Körper in Schwingung versetzt, im Gesang aber ist es ihr eigener Leib, aus welchem die Seele herausklingt. ➢ Volltext
[5] Hölderlin, Hyp. I (1797), 99: Nur, wenn sie sang, erkannte man die liebende Schweigende[8], die so ungern sich zur Sprache[11] verstand. | Da, da gieng erst die himmlische Ungefällige in ihrer Majestät und Lieblichkeit hervor; da weht' es oft so bittend und so schmeichelnd, oft, wie ein Göttergebot, von den zarten blühenden Lippen. Und wie das Herz sich regt' in dieser göttlichen Stimme, wie alle Größe und Demuth, alle Lust und alle Trauer des Lebens verschönert im Adel[5] dieser Töne[11] erschien! ➢ Volltext
[6] Novalis, Fragm. u. Stud. (*1800), NS 3, 684, Nr. 663: Stimmen aus Palaestina. Eine Sammlung kristlicher Lieder.
[7] Reichardt, Vertr. Brf. II (1804), 405: Das heutige Concert scheint ihm [...] Schaden zu thun, [...] weil man seine Stimme schwächer als bisher gefunden, und man mit seinem ängstlich angestrengten Vortrage und mit seinem närrisch-prätendirenden Wesen unzufrieden war.
[8] R. Schumann, Son. Piano I (1835), 127: Nun kann wohl eine dürftige Claviermelodie, gut gesungen, noch ziemlich klingen, aber eine reiche Melodie für die Stimme wird erst halben Effect auf dem Clavier machen.
[9] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 840.
[10] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 360.
[11] Hamann, Krzzg. d. Phlg. (1762), 134 f. (135).
[12] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 72.
[13] C. Schumann, Tageb. (*1840), 111.
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