Wortliste
Struktur
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Semantik 
21. ›Meinungsvertreter, Person oder Gruppe von Personen, die eine bestimmte Ansicht äußert, ein Urteil über etw. abgibt, einen Beitrag zu einem Diskurs leistet; Gesprächspartner, -teilnehmer‹, agontosem ⦿ zu 3, hyposem ⦿ zu 18.
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. I (21793), 1288: Weil die Stimmen hier noch getheilet sind, so kann man es niemanden verargen, er erkläre sich für eine Partey, für welche er will.

[2] G. Forster, Ansichten I (1791), 340: Zum Lobe der preußischen Truppen und ihrer vortreflichen Mannszucht vereinigten sich alle Stimmen.

[3] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 35 f. (36): Die erste Konversation mit einem neuen[1] Menschen[1] hat etwas unerfreuliches, beschwerliches, bis man ein Gemeinschaftliches zwischeneinander gefunden [...]. Man tastet umher nach gemeinschaftlichen Bekannten, nach Gegenständen der Zuneigung oder Abneigung, worin man sich etwa berühre [...]. Alle diese Fäden der Unterhaltung aber pflegen wieder zu zerreißen bis man sich über Ideen berührt: von dem Augenblick an ist der Boden der Unterhaltung fest und wölbt sich, ich möchte sagen, ein gemeinschaftlicher Himmel über beide. Nun, da das Gemeinschaftliche gefunden, muß die Verschiedenartigkeit der Naturen[16] das schöne[7] Werk fortsetzen, ja verewigen: die Grundharmonie ist gegeben, ein Gesetz der beständigen ⟨36⟩ Wiederkehr zu einander; beide Stimmen[21/9] können sich mit Freiheit[5/1] von einander entfernen, jede kann ihre eigenthümlichen Modulationen verfolgen; der Grundton hält sie fest; jede Stimme[21/9] hört sich selbst, zugleich aber, was viel mehr sagen will, den Akkord, den sie mit der andern bildet, und was noch mehr sagen will, sie empfindet in allen Labyrinthen der Gedanken und Töne[11] ein allgegenwärtiges harmonisches Gesetz.

[4] R. Schumann, Dichtbüchl. (*1833/34), 40 f. (41): Wie er dastand, so gespannt, unruhig, traurig, auf eine ⟨41⟩ Stimme hoffend, die ihm einen leisen Beifall gäbe! Es kann mich rühren.

[5] Wieland, Hochteutsch (1782), 161: Wem eine so schnelle und große Veränderung zuzuschreiben sey, ist unter den Franzosen selbst keine Frage. Die ganze Nation[1] ist nur Eine Stimme, sie [ist] nicht der Pracht des Hofes unter Ludwig XIV. nicht dem Weinbau, Seidenbau, den Manufacturen, und der Handlung, die damals in Frankreich blüheten, nicht dem Zusammenfluß glüklicher Umstände, welche sich zum glänzendsten Wohlstande des Französischen Reichs in der ersten Hälfte der Regierung jenes großen Königs vereinigten – sondern den Arnaud, Pascal, Bourdaloue, Fenelon, Bossuet, La Brüyere, ⟨162⟩ u. a. unter den Prosaisten, und den Corneille, Racine, Moliere, Boileau und La Fontaine unter den Dichtern, zuzuschreiben, welche sich, nach des Schiksals Schluß, zusammen fanden, und durch ihre Werke die goldne Epoke der französischen Litteratur hervorbrachten. Volltext

[6] Börne, Brf. Paris II (1832), 204.

[7] G. Forster, Gesch. d. Litt. (1791), 305.

[8] G. Forster, Erinn. (1793 [1792]), 184.

[9] A. B. Marx, Rez. Beeth. Op. 110 (1824), 87.

[10] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 471 f. (472).

[11] K. A. Varnhagen von Ense, Denkw. I (1837), 30.














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