Wortliste
Struktur
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Semantik 
12. ›Stimmorgan, Stimmapparat, funktionales Ensemble von Körperteilen, das ein Lebewesen zur Hervorbringung lautlicher Äußerungen befähigt‹, sokuntosem ⦿ zu 1, dynatosem ⦿ zu 11.
Belege 
[1] Adelung, Gramm.-krit. Wb. IV (21801), 773: Eine überschriene Stimme, welche durch vieles Schreyen verderbt worden.

[2] C. Böhmer, an Ch. Michaelis (Mrz. 1787), C 1, 128: Man hat denn doch immer so eine gewiße Zärtlichkeit für den Laut eigner Stimme.

[3] Grosse, Genius I (1791), 31: Der Zorn schien ihr [...] tausend Arme, tausend Stimmen gegeben zu haben, und in unerhörter Raserey schrie die innere Zerrüttung laut aus ihr.

[4] Novalis, Allg. Brouill. (*1798), NS 3, 290, Nr. 282: Um die Stimme[12] zu bilden muß der Mensch[1] mehrere Stimmen[14] sich anbilden – dadurch wird sein Organ[7] substantieller. So um seine Individualitaet auszubilden muß er immer mehrere Individualitaeten anzunehmen und sich zu assimiliren wissen – dadurch wird er z[um] substantiellen Individuum.

[5] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 189 f. (190): Noch eine Bemerkung ist zurück, die vielleicht am meisten für das mangelhafte Organ[7] der Franzosen beweißt. So arm sie an ächten Tenor- und ächten tiefen Baßstimmen sind, so reich sind sie an hohen Altstimmen und hohen Bässen, welches weder die natürliche[2] Stimme[15] ⟨190⟩ des Jünglings noch des Mannes ist. Beider Stimmen[12] sind daher immer in der höchsten Anstrengung und werden daher auch so leicht schreiend.

[6] Reichardt, Vertr. Brf. I (1804), 192 f. (193): Selbst ihr bester, ihr einziger Sänger hat, um sicher am Ende beklatscht zu werden, dieselbe kindische Schlußmanier aller angenommen, gegen das Ende fast unhörbar, wie eine Turteltaube, in ⟨193⟩ sich hinein zu singen, um die letzten Schlußnoten mit voller Kraft der Stimme herauszuschreien.

[7] Schelling, Philos. d. Kunst (!1803–04), SW I, 5, 485: So zufällig ist die Sprache[1] nicht; es liegt eine höhere Nothwendigkeit darin, daß Laut und Stimme das Organ[1/4] seyn müssen, die inneren Gedanken und Bewegungen der Seele auszudrücken. Man könnte jene Erklärer fragen, warum denn auch der Vogel Gesang und das Thier[1] eine Stimme hat. Volltext

[8] A. W. Schlegel, Brf. Poes. I–II (1795), Hor. IV.11, 97: Jeder Mensch[1] fängt [...] den Gebrauch seiner Stimme mit Schreyen an [...]. Volltext

[9] Adelung, Gramm.-krit. Wb. II (21796), 1946.

[10] S. Boisserée, an M. Boisserée (31. 10. 1837), MB 1, 703.

[11] Brockhaus, Conv.-Lex. II (1809), 234.

[12] Herloßsohn, Dam. Conv. Lex. IX (1837), 365 f. (366).

[13] A. Müller, Beredsamk. (!1812; 1816), 55 f. (56).

[14] Reichardt, Briefe Frankr. II (1793), 32.














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