Fahnenwörter (i. S. v. Hermanns 1982, 91–) sind Wörter mit Symptomfunktion in der ideologischen Auseinandersetzung, mit denen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen zum Ausdruck gebracht wird. (Vgl. auch Klein 2005, 133.) Hermanns führt seinen Terminus auf Otto Ladendorf (1906) zurück und definiert ihn folgendermaßen: Es handelt sich um „Wörter einer Parteisprache [...], deren Funktion es gerade ist, als parteisprachliche Wörter aufzufallen. Sie sind dazu da, daß an ihnen Freund und Feind den Parteistandpunkt, für den sie stehen, erkennen sollen. [...] Solche Wörter können [...], wenn man sie ostentativ verwendet, wie eine Fahne wirken, die man hoch hält und ins Feld führt – oder auch wie ein rotes Tuch. Die Brisanz ist also bei diesen Wörtern einer Parteisprache keine gewissermaßen unerwünschte Begleiterscheinung, sondern sie werden gerade geprägt und verwendet, damit sich daran die Geister scheiden.“ (Hermanns 1982, 91.)