Vgl. Hirt, Laokoon (1797), 8 f.: „Laokoon schreiet nicht, weil er nicht mehr schreien kann. Der Streit mit den Ungeheuern beginnt nicht, er endet: kein Seufzen erpreßt sich aus der Brust, es ist der erstikende Schmerz, der die Lippen des Mundes umzieht, und der lezte Lebenshauch scheint darauf fortzuschweben. Das Krampfartige, die höchste Spannung, die wüthendsten Zukungen zeigen sich in allen Gliedern. Der Kampf hat die äusersten Kräfte des Elenden erschöpft: nicht der Biß der Schlange tödtet ihn langsam, mächtiger schon als das Gift wirkte das Entsezen, das kraftlose Widerstreben, der Anblik seiner ohne Rettung verlornen Kinder. Das Geblüt, welches mit voller Empörung gegen die äusern Theile dringt, und alle Gefässe schwellen machet, stoket den Umlauf, und verhindert das Einathmen der Luft: die Lunge, durch die Häufung und gedrängte Circulation des Blutes wird immer gedehnter; das äzende Gift von dem Bisse der Schlange hilft die heftige Gährung beschleunigen; eine erstikende Pressung betäubt das Gehirn, und ein Schlagfluß scheinet den Tod plözlich zu bewirken.“