Semie-Relationen sind Relationen zwischen unterschiedlichen Bedeutungen eines und desselben Wortes (im Gegensatz zu Onymie-Relationen, die als semantische Relationen zwischen unterschiedlichen Wör­tern erscheinen). Unter Holosemie verstehen wir die Tatsache, dass ein Wort in einer seiner Bedeutungen für ein Konstitut, ein größeres Ganzes, in einer an­deren seiner Be­deu­tungen für einen Bestandteil, ein Konstituens desselben steht. – Beispiel: Kopf bedeutet sowohl im weiteren Sinne ›Schädel‹ als auch im engeren Sinne ›Hirnschädel‹ (im Gegensatz zum Gesichtsschädel: eine Verletzung am Kopf ›Hirnschädel‹ befindet sich nicht am Kinn, an der Nase oder an der Stirn, obwohl diese ebenfalls Bestandteile des Kopfes ›Schädel‹ sind). Kopf ›Hirnschädel‹ steht zu Kopf ›Schädel‹ im Ver­hältnis der Merosemie, umgekehrt steht Kopf ›Schädel‹ zu Kopf ›Hirnschädel‹ im Verhältnis der Holosemie. (Dem­entsprechend stehen Kinn, Nase oder Stirn zu Kopf ›Schädel‹ im Verhältnis der Meronymie und Kopf ›Schädel‹ zu Kinn, Nase oder Stirn im Verhältnis der Holonymie; Kinn, Nase, Stirn und Kopf ›Hirnschädel‹ sind Komeronyme.)